VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_08_2021_17_12

720 DE SITZUNG VOM FREITAG, DEM 17. DEZEMBER 2021 notwendig sei. In einem Schreiben vom 14. Juni 2021 hat das Umweltministerium bekräftigt, dass eine eingehendere Analyse nicht notwendig sei. Rat Mathis PROST (DP): Die Stadt Luxemburg ist zu beglückwünschen, dass es ihr gelungen ist, einen großen Teil des Areals „Villeroy&Boch“ für die öffentliche Nutzung zu sichern und selbst als Bauherr tätig zu werden. Mit der vorzunehmenden punktuellen Änderung soll der Bau von noch mehr Wohnungen ermöglicht werden. Wie wird sich diese Anpassung auf den Mix aus bezahlbaren Wohnungen, Geschäften und Büros auswirken? Welches ist der Stand der Dinge in Bezug auf die Beteiligung der Stadt Luxemburg? Besteht bereits ein Mobilitätskonzept? Die zukünftigen Bewohner dieses Areals werden sich einerseits in Richtung Place Dargent und andererseits in Richtung Rollingergrund/ Place de l’Etoile bewegen - über eine bereits heute vielbefahrene Verkehrsachse. Vielleicht wird es der Mix aus Wohnungen, Geschäften und Büros ja auch erlauben, dass einige Bewohner Arbeit und Wohnen auf diesem Standort verbinden. Rat François BENOY (déi gréng): Unsere Fraktion wird die vorgeschlagene punktuelle Anpassung unterstützen, da diese zur Folge haben wird, dass auf dem „Villeroy&Boch“-Areal mehr Wohnungen gebaut werden können. Die Entwicklung des Wohnungsbauprojektes geht in die Richtung einer sinnvollen Urbanisierung. Angesichts der hohen Zahl an Wohnungen sollte dem Thema Mobilität eine große Bedeutung beigemessen werden. Wichtig ist, dass das neue Wohnviertel in puncto sanfte Mobilität gut an das Viertel Limpertsberg angebunden wird. Inwiefern wird die punktuelle Anpassung den Bau eines Aufzugs ermöglichen? Diesen Aufzug könnten nicht nur Fußgänger, sondern auch Radfahrer nutzen. Auf Limpertsberg angekommen, könnten die Radfahrer die vorhandenen Fahrradinfrastrukturen – die es noch auszubauen gilt –, nutzen. Rat Guy FOETZ (déi Lénk): Die punktuelle Anpassung wird sich nicht auf die maximale Bruttobaufläche auswirken. Es werden weniger Geschäfte und mehr Wohnungen entstehen. Die Wohndichte wird von 65 auf 95 Wohnungen pro Hektar erhöht. Die Durchschnittsgröße der Wohnungen wird kleiner ausfallen. Alles in allem können infolge der punktuellen Anpassung 256 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden. Somit wird die Zahl der Wohnungen von 554 auf 810 steigen. Man kann darüber streiten, ob die punktuelle Anpassung zum Vorteil des Baupromotors ausfällt. Dies wird sich aber wahrscheinlich nicht nachprüfen lassen. déi Lénk werden die punktuelle Anpassung mittragen. In Bezug auf die Mobilität wird sich das Problem stellen, dass die Einwohner morgens fast alle zeitgleich ihre Wohnung verlassen und auch abends wieder ungefähr zur gleichen Zeit nachhause kommen werden. Die Straße in Rollingergrund und Mühlenbach ist nicht sehr breit, weshalb es unabdinglich ist, Mobilitätslösungen anzubieten. Es ist symptomatisch, dass zuerst jene Grundstücke bebaut werden, die sich im Besitz des Privatpromotors befinden. Auf den Grundstücken, die sich im Besitz der Stadt Luxemburg befinden, tut sich nichts. Warum ist dem so? Bürgermeisterin Lydie POLFER: Es handelt sich um eine Anpassung des Flächennutzungsplanes (PAG) und nicht des Teilbebauungsplanes (PAP). Ziel der punktuellen Anpassung ist es, mehr Wohnungen schaffen zu können. Die Idee eines Aufzugs ist interessant. Sollte ein solches Projekt umgesetzt werden, müsste der Aufzug auf einem Grundstück der Stadt Luxemburg errichtet werden. Zur Seite des Stadtteils Limpertsberg würde der Aufzug im Bereich der Schrebergärten münden. So wie beim Projekt für den Aufzug Pfaffenthal müssten auch hier vorab Studien durchgeführt werden. Dies wird Zeit in Anspruch nehmen. Schöffe Serge WILMES: Es sei daran erinnert, dass die Idee eines Aufzugs Rollingergrund-Limpertsberg vom Interessenverein Limpertsberg ausgegangen ist. In einer Unterredung mit dem Schöffenrat hat der Interessenverein diese Idee näher erläutert. Wir haben die Idee begrüßt, doch - wie Bürgermeisterin Polfer zu Recht darauf hingewiesen hat - müssen bis zur Verwirklichung eines solchen Projektes noch viele Etappen durchlaufen werden. Der Schöffenrat hat die zuständigen Dienststellen - unter dem Lead der Urbanismus- Dienststelle - mit einer ersten Machbarkeitsanalyse beauftragt. Der Aufzug wäre ein wichtiges Projekt im Sinne der sanften Mobilität, nicht nur für das neue Wohnviertel, sondern auch für die umliegenden Viertel. Eine gewisse Dichte an Geschäften und Dienstleistungen ist dabei erforderlich. Schöffe Patrick GOLDSCHMIDT: Zu jedem Urbanismusprojekt gehört, dass auch der Bereich Mobilität in die Planung einbezogen wird. Unser Verkehrsdienst hat sich dieser Aufgabe angenommen. Die initiale Idee war ein Fahrradweg durch das neue Wohnviertel. Derzeit analysiert der Service Circulation in Zusammenarbeit mit der staatlichen Straßen- und Brückenbaubehörde die Machbarkeit einer Fahrradroute in der Rue de Mühlenbach. Die Ergebnisse dieser Analyse werden dem Schöffenrat vorgestellt. Ich kann Ihnen versichern, dass die Mobilität - Individualverkehr, Fußgänger, Radfahrer, öffentlicher Transport - ein prioritäres Thema im Rahmen des Projektes sein wird. Die punktuelle Änderung am Flächennutzungsplan betr. denTeilbebauungsplanNQ„Faïencerie(RO-05)“(„Villeroy& Boch“) – wird einstimmig gutgeheißen. 2) Punktuelle Änderung am Flächennutzungsplan bezüglich der „Place de l’Etoile“ Der Gemeinderat ist aufgerufen, einer punktuellen Änderung am schriftlichen und graphischen Teil des Flächennutzungsplanes betr. Grundstücke (2,80 Hektar) gelegen am Place de l’Etoile zuzustimmen. Die punktuellen Anpassungen wurden parallel zum Teilbebauungsplan NQ „Place de l’Etoile“ ausgearbeitet. Im graphischen Teil des Flächennutzungsplanes sollen folgende Änderungen vorgenommen werden: –– Änderungen an den Grenzen des Teilbebauungsplanes NQ; –– Änderungen der Koeffizienten der schematischen Darstellung des Bodennutzungskoeffizienten; –– der Teilbebauungsplan NQ wird in Teilbebauungsplan NQ-SD: [BE-10] umbenannt; –– Neuklassierung eines Teiles der „zone mixte urbaine centrale“ [MIX-c] in eine „zone mixte urbaine“ [MIX-u]; –– Neuklassierung eines Teiles des öffentlichen Besitzes in eine „zone mixte urbaine“ [MIX-u]; –– Überlagerung einer „zone de servitude ‘urbanisation- zone multimodale’ “; –– Überlagerung einer „zone de servitude ‘urbanisation -tunnel’ “; –– Streichung der Angabe der „PAP approuvés à maintenir [BE-09b] und [BE-09c]“; –– Änderung der Grenzen der „PAP approuvés à maintenir [BE-09] und [BE-09a]“. Letzteres zieht ebenfalls eine Anpassung des graphischen Teiles dieser Teilbebauungspläne nach sich.

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