VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_08_2021_13_12

679 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 13. DEZEMBER 2021 Auf beiden Seiten der Nutzfläche werden Sicherheitsnetze (2,5 bis 7 m hoch) angebracht. In der Kommission haben wir ebenfalls Informationen über den Abfluss des Regenwassers erhalten und darüber, wie vermieden werden soll, dass sich im Winter Eiszapfen an der Brücke bilden. In der Nähe des Aufzugs ist die Einrichtung eines „local gardien“ vorgesehen, sodass jemand vor Ort ist, der z.B. im Fall einer Panne schnell reagieren kann. Kostenpunkt: 24 Millionen Euro. Die Brücke soll eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren haben. Es wurde bereits viel und lange über das Projekt diskutiert. Es stimmt, dass die Brücke das Landschaftsbild verändern wird. Aufgrund der Informationen und Erklärungen, die wir erhalten haben, sind wir jedoch davon überzeugt, dass der Mehrwert überwiegen wird: die sanfte Mobilität wird gefördert, CO2-Emissionen können eingespart werden, Stadtteile rücken näher zusammen, die Lebensqualität wird sich verbessern. Bei den Bürgern soll ein Paradigmenwechsel stattfinden. Sie sollen auf die sanfte Mobilität und auf den öffentlichen Transport umsteigen, um die überfüllten Straßen zu entlasten, die Umwelt zu schonen und sollen sicher von A nach B gelangen. Das vorliegende Projekt ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Doch auch dort, wo die Brücke mündet und auch im Stadtteil Neudorf, muss dafür Sorge getragen werden, dass man sich von hier aus sicher mit dem Rad und zu Fuß fortbewegen kann, weshalb das Radwegenetz der Stadt Luxemburg weiter ausgebaut werden muss. Radfahren muss sicher sein und zu Fuß gehen darf sich nicht anfühlen wie der Wilde Westen. Daher mein Appell an die Stadtverantwortlichen, die aktive Mobilität weiterzudenken. déi gréng werden den Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke Cents/Neudorf/Weimershof unterstützen. Rat Claude RADOUX (DP): Rätin Margue hat die Argumente, die für den Bau der Fußgänger- und Radfahrerbrücke sprechen, kurz und sachlich auf den Punkt gebracht, ohne sich in Emotionen in irgendeine Richtung zu verlieren. Mit der Aussage meiner Vorrednerin betreffend den Paradigmenwechsel kann ich mich nicht ganz einverstanden erklären. Seit Jahrzehnten wird in der Stadt Luxemburg konsequent und kontinuierlich in Radwege, Radinfrastrukturen und in alternative Mobilitätskonzepte investiert. Der Bau dieser Brücke ist ein weiterer Schritt. Ich erwarte nicht, dass die Einwohner der Stadtteile Neudorf, Cents und Weimershof ihr Verhalten sofort ändern werden. Vielmehr erwarte ich, dass sie erkennen, dass die Brücke ein weiteres Angebot darstellt, und dass sie langsam aber sicher dazu übergehen werden, dieses Angebot zu nutzen. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass wir mit unseren Investitionen im Trend liegen und die Leute die Angebote auch nutzen werden. Hier wäre das Projekt des Aufzuges Pfaffenthal aufzuführen. Als wir damals das Projekt des Pfaffenthal-Aufzugs in Planung gegeben haben, dachte ich, ja, architektonisch ohne Zweifel ein cooles Projekt, doch habe ich mich auch gefragt, ob wir einen solchen Aufzug tatsächlich brauchen. Die Geschichte hat uns klar gezeigt, dass, wenn ein Angebot vorhanden ist, es auch genutzt wird. Der Aufzug Pfaffenthal ist demnach ein lebendiges Beispiel dafür, dass man ab und an Mut haben und Investitionen tätigen muss, weil man weiß, dass sich daraus etwas entwickeln wird. Bereits 2008 war gewusst, dass ein solches Projekt hohe Kosten generieren würde. Damaliger Kostenvoranschlag: 16 Millionen Euro. In Bezug auf die Anschlussstelle war die damalige Option für die Einwohner des Stadtteiles Cents nicht so gut. Zudem war die Überführung über das Viertel Neudorf breit und kompakt. Zum damaligen Zeitpunkt war in Deutschland eine Autobahnbrücke über den Rhein mit Auf- und Abfahrtsstraßen gebaut worden. Kostenpunkt: 20 Millionen Euro. Im Vergleich dazu war die Fußgänger- und Radfahrerbrücke teuer. Sie ist auch heute noch teuer. Dann kam die Finanzkrise und auf nationaler Ebene wurden eine Reihe von Infrastrukturprojekten auf Eis gelegt. Die Stadt Luxemburg hat das Projekt der Fußgänger- und Radfahrerbrücke zurückgestellt. Angesichts der nicht so guten Anbindung des Stadtteiles Cents hatte ich damals die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn auch Mini-Busse über die Brücke fahren könnten. Eine entsprechende Studie wurde durchgeführt und ist zu dem Schluss gelangt, dass sollten Mini-Busse hier fahren, die Brücke breiter sein müsste. Bei der nun zurückbehaltenen Variante hätte man sich ebenfalls die Frage stellen können, ob es nicht sinnvoller wäre, eine Brücke zu bauen, auf der auch Busse fahren könnten. Allerdings hätte die Brücke dann nicht so filigran ausfallen können. Die Auswirkungen auf Natur und Umwelt, sowie der Impakt auf die Menschen, die im Viertel Neudorf leben, wäre viel größer gewesen. Daher erachte ich als vernünftig und richtig, hier nun eine schmalere, filigranere Brücke ausschließlich für die sanfte Mobilität zu bauen. Es ist durchaus verständlich, dass Menschen, die in der Nähe der Brücke wohnen, die Brücke für sich nicht als Mehrwert sehen. Nichtsdestoweniger meine ich, dass mit der zurückbehaltenen Variante ein guter Kompromiss gefunden werden konnte. Jede über ein Tal führende Brücke wirft Schatten auf die darunterliegenden Häuser, was zweifelsohne zum Nachteil der betroffenen Einwohner ist. Der Bau eines Aufzugs in ihrem Viertel ist als Vorteil zu werten, wird der Stadtteil Neudorf doch dadurch besser an die höher gelegenen Stadtteile angebunden. Sicherlich werden die Menschen sich auch an den Aufzug gewöhnen müssen, doch meine ich, dass das Projekt im Nachhinein einen Mehrwert für alle darstellen wird. Dossiers haben oft hunderte von Seiten und keiner von uns Gemeinderäten wird alle Seiten lesen. Dies ist auch nicht Aufgabe der Gemeinderäte. Unsere Rolle besteht darin, sicherzustellen, dass Studien durchgeführt werden, dass Dossiers erarbeitet werden und diejenigen Personen, die ein Dossier erstellen, hierfür über die nötigen Qualifikationen verfügen (interne und/oder externe Fachleute). In den uns vorliegenden Unterlagen werden die verschiedenen Studien, welche durchgeführt wurden, genannt. Ich habe Vertrauen in den Schöffenrat und in unsere Dienststellen. Mir sei folgender Vergleich erlaubt: Beim Bau eines größeren Gebäudes wird vorher auch keine Umweltverträglichkeitsstudie durchgeführt und es muss auch keine Genehmigung beim Umweltministerium angefragt werden. Sollten beim vorliegenden Projekt noch Genehmigungen eingeholt werden müssen, so sind es die hierfür zuständigen Behörden, die sich damit werden befassen müssen. Es ist nicht Aufgabe des Gemeinderates, den Uhu-Bestand zu ermitteln. Ich gehe davon aus, dass die zuständige Behörde ihr Gutachten erstellen wird. Der Verlauf der geplanten Hängebrücke stellt eine Kompromisslösung mit dem geringsten Impakt auf Natur und Umwelt an diesem Standort dar, wird sie doch das Tal an der schmalsten Stelle überqueren. Ich habe Vertrauen in den Schöffenrat und in die Dienststellen. Unsere Fraktion wird vorliegendes Projekt unterstützen. Ich bin zudem zuversichtlich, dass viele Fußgänger und Radfahrer die Brücke und den Aufzug nutzen und auch die Einwohner des Stadtteiles Neudorf die Vorteile zu schätzen wissen werden. Schöffe Patrick GOLDSCHMIDT: Vielen Dank für das große Interesse am Projekt. Es geht um ein Projekt, das auch emotionale Reaktionen hervorruft, wofür ich durchaus Verständnis habe. Es ist ein wichtiges und flottes Projekt, welches das Interesse vieler Menschen weckt. Mich hat soeben eine SMS mit folgendem Wortlaut erreicht: „ADR und déi Lénk auf einer Linie“. Dies ist nicht alltäglich.

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