VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_08_2021_13_12

675 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 13. DEZEMBER 2021 Im Aufzug und von der Brücke aus wird man eine schöne Aussicht auf die Stadt genießen können. Im Bereich des Aufzuges wird ein Spielplatz angelegt, der zu einer Aufwertung der Lebensqualität im Stadtteil Neudorf beitragen wird. Die CSV-Fraktion steht voll und ganz hinter dem Projekt. Wir haben Verständnis für die Bedenken der Einwohner des Stadtteiles Neudorf, sind jedoch der Ansicht, dass die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke langfristig Vorteile für alle Bürger der drei Stadtteile, die durch die Brücke miteinander verbunden werden, haben wird. Rätin Claudie REYLAND (déi gréng): Ich für meinen Teil werde einen historischen Rückblick auf die Entwicklung des Projektes werfen, während meine Kollegin Linda Gaasch sich mit dem technischen Bereich des Projektes befassen wird. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke wird die Stadtteile Cents/Fetschenhof/Hamm mit den Stadtteilen Kirchberg/ Weimershof verbinden. Der Stadtteil Neudorf wird durch den Bau eines Aufzuges angebunden. Das Projekt ist als großer Schritt in Richtung Förderung der sanften Mobilität zu werten. déi gréng setzen sich seit 2004 für ein Vorantreiben des Projektes ein, ein Projekt, dem andere Parteien im Laufe der Jahre skeptischer gegenüberstanden, und das zum Teil auch ausgebremst wurde. Im November 2004 hat zusammen mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadtteile Cents, Hamm, Neudorf, Weimershof und Kirchberg ein Workshop stattgefunden und es wurde Gefallen gefunden am Projekt einer Fußgänger-und Radfahrerbrücke, um die Stadtteile Cents und Kirchberg miteinander zu verbinden. Im Jahre 2005 hat ein blau-grüner Schöffenrat sein Amt angetreten. Die Stadt Luxemburg hat das Fachbüro „Planungsgemeinschaft Verkehr Hannover“ damit beauftragt ein Radverkehrskonzept für die Stadt Luxemburg zu entwickeln. Das Fachbüro hat die Idee einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke und eines Aufzuges aufgegriffen. déi gréng treten für einen Mentalitätswandel ein. Bei den Bürgern soll ein Paradigmenwechsel stattfinden. Die Menschen sollen auf die sanfte Mobilität und auf den öffentlichen Transport umsteigen, um die überfüllten Straßen zu entlasten, die Umwelt zu schonen. Sie sollen in aller Freiheit sicher und schnell im urbanen Raum von A nach B gelangen. Die Stadtteile Cents/Neudorf/Kirchberg sind über den direkten Luftweg nicht weit voneinander entfernt. Ohne Brücke ist es allerdings nicht so einfach, vom Stadtteil Cents in den Stadtteil Kirchberg, vom Stadtteil Neudorf in den Stadtteil Cents und/oder nach Kirchberg zu gelangen. Die Topographie der Stadt Luxemburg bringt mit sich, dass es viel bergauf, bergab geht und sogar mit einem E-Bike ist es nicht offensichtlich und auch gefährlich z.B. über die Rue de Neudorf in Richtung Cents oder Kirchberg zu fahren. Diese Strecken mit dem Auto zurückzulegen ist sehr zeitaufwendig, da man in den Hauptverkehrszeiten in der Rue de Neudorf mit dem Auto im Stau steht. Nervosität, Stress, Luftverschmutzung, Lärm. Ich brauche niemanden daran zu erinnern, dass wir uns in einer Klimakrise befinden und es prioritär sein muss, die Umweltbelastungen zu reduzieren. Der Bau der Fußgänger- und Radfahrerbrücke ermöglicht es, die genannten Stadtteile so miteinander zu verbinden, dass man sich einfach, schnell, stressfrei und sicher zu Fuß oder mit dem Rad zwischen diesen Stadtteilen bewegen kann. Die Einwohner der Stadtteile Cents und Neudorf werden nicht lange bis zur nächsten Tramhaltestelle brauchen, die Arbeitsplätze, die Kinos, Restaurants, die Philharmonie, das Einkaufszentrum auf Kirchberg sind gut und schnell erreichbar. Mit dem Bau eines Aufzuges wird der Stadtteil Neudorf - ein Stadtteil, der etwas vergessen wurde - aufgewertet. Im Bereich des Aufzuges wird eine Vel’OH-Station eingerichtet. Die Menschen werden mit dem Aufzug ins Viertel Neudorf fahren, die Geschäfte, die Cafés und Restaurants gelegen in der Rue de Neudorf werden davon profitieren. Die Lebensqualität im Stadtteil Neudorf wird sich stark verbessern. Es ist wichtig und richtig, dass ein neuer Spielplatz im Stadtteil Neudorf geschaffen wird. Die Schaffung eines Spielplatzes ist im Bereich des Aufzuges geplant. Das Radverkehrskonzept ist im Jahre 2006 vorgestellt worden. Die Studienbüros Romain Schmitz und SimonChristiansen&Associés haben eine Studie durchgeführt und haben einige potenzielle Standorte für die Brücke und den Auszug ausgelotet. Der Standort der Neudorfer-Kirche wurde zu diesem Zeitpunkt zurückbehalten. Dieses Projekt war damals mit 18 Millionen Euro veranschlagt worden. Man kann durchaus behaupten, dass der damalige Mobilitätsschöffe François Bausch dieses Projekt ins Leben gerufen hat. Im Jahre 2008 hat der Gemeinderat der Stadt Luxemburg diesem Projekt zugestimmt. Die LSAP-Fraktion hat das Projekt mitgetragen. Herr Paul-Henri Meyers, Vertreter der CSV-Fraktion, hat sich äußerst negativ zum Projekt geäußert. Die Vertreter von CSV und ADR haben sich beim Votum enthalten. Sie haben das Projekt ausgebremst. Rat Jean-Paul Rippinger, unabhängiges Ratsmitglied, hat gegen das Projekt gestimmt. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um daran zu erinnern, dass in der Sitzung vom 25. Juli 2008 das Projekt für den Bau eines Aufzuges in Pfaffenthal gebilligt wurde. Den Erfolg dieses Aufzuges erleben wir jeden Tag. Leider wurde dann auch Luxemburg von der Finanzkrise getroffen und das Projekt wurde auf Eis gelegt. Die Jahre vergehen. 2014/2015 wird das Projekt wieder aus der Schublade hervorgeholt. In der Zwischenzeit hatten sich déi gréng immer wieder für eine Realisierung des Projektes eingesetzt. Im Rahmen der Budgetdebatten haben Sam Tanson und François Benoy das Thema Fußgänger- und Radfahrerbrücke immer wieder angesprochen. Seit ich Mitglied des Gemeinderates der Stadt Luxemburg bin, habe auch ich Jahr um Jahr Fragen gestellt, um zu erfahren, wieweit das Projekt gediehen sei, wann mit den Arbeiten begonnen werde. Insbesonders die 5.500 Einwohnerinnen und Einwohner des Stadtteiles Cents rufen nach einer Realisierung des Projektes. Die „Lëtzebuerger Vëlos-Initiativ“ unterstützt das Projekt. Zahlreiche Radinfrastrukturen wurden in fast allen Stadtteilen verbessert. Die Stadtteile Fetschenhaff/Cents und Neudorf sind jedoch nach wie vor von jeglicher Radanbindung abgeschnitten. Dies ist in einer Bürgerversammlung vom 24. April 2014, die im Rahmen der Diskussionen um den Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg stattfand, klar geworden. Tausende neue Arbeitsplätze werden auf Kirchberg geschaffen. Eine kurze und schnelle Anbindung an andere Velo- Routen, an die Trambahn wird für Beruf und Freizeit gewünscht. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke ist ein wichtiger Baustein eines Gesamtkonzeptes „sanfte Mobilität“ auf dem Territorium der Stadt Luxemburg und darüber hinaus. Die Vernetzung der Radpisten des nationalen Radwegenetzes mit der Fußgänger- und Radfahrerbrücke wäre sozusagen fast perfekt. Die Brücke wäre auch dem Tourismus zuträglich, würde dadurch doch auch eine attraktive Radverbindung nach Deutschland geschaffen. Im Stadtteil Cents wohnen im Jahre 2015 rund 6.000 Menschen. Der Stadtteil Cents wird weiter wachsen: Wachstumspotenzial von rund 1.000 Personen. Das Wachstumspotenzial für Neudorf und Weimershof wird mit 2.500-3.000 zusätzlichen Einwohnern angegeben. Diese Angaben sind aus dem Jahre 2015. Ein derartiges Bevölkerungswachstum führt zu weiteren Problemen auf unseren Straßen. Die Fußgängerbrücke wird einen schnelleren Zugang zur Straßenbahn und zur Eisenbahn ermöglichen. Opposition zum Projekt kommt vom Interessenverein Neudorf. Der Vorschlag, die Brücke im oberen Teil des Stadtteiles an

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