VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_08_2021_13_12

658 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 13. DEZEMBER 2021 finden sich kaum noch Leute, die bereit sind, 10 Stunden pro Woche über Mittag in einem Schulfoyer zu arbeiten. Die Zusammenarbeit Schule-Schulfoyer überlassen wir keineswegs dem Zufall. Seit zehn Jahren werden systematisch Gebäude gebaut, in denen Schule und Foyer unter einem Dach sind. Hollerich, Aloyse Kayser, Charles IV, Henri VII, Cents sind einige Beispiele. Das Gebäude in Clausen war nur als Schule geplant. Mittlerweile gibt es hier auch ein Schulfoyer. Hierin liegt sicherlich die Zukunft und bei vielen pädagogischen Projekten gibt es eine intensive Zusammenarbeit zwischen Schule und Schulfoyer, u.a. bei den „études dirigées“, der LASEP, und hoffentlich auch eine Zusammenarbeit mit der UP Foundation Luxembourg. Ganz allgemein ist es coronabedingt zu Verzögerungen bei pädagogischen Projekten gekommen und weil Frau Loutsch ersetzt werden musste. Nichtsdestotrotz wurden interessante Initiativen in die Wege geleitet. Weitere werden folgen, z.B. ein Schachprojekt und ein musikalischer Rundgang in den Schulen. Das Pedibus-Projekt wird ausgebaut, auch im Bahnhofsviertel. Mit dem Projekt wurde dort begonnen, wo die Umsetzung sich am einfachsten gestaltete. Die Politik der Stadt Luxemburg gegenüber privaten und internationalen Schulen war immer tolerant. Private und internationale Schulen gibt es in allen Hauptstädten. Mit einem Ausländeranteil von 70 Prozent wäre es nicht angemessen, in diesem Bereich zu viele Barrieren aufzubauen. Das Unterrichtsministerium betreibt seit Jahren eine proaktive Politik, um französisch- und englischsprachige Grundschulen zu schaffen. Es stimmt, dass auch luxemburgische Kinder dorthin abwandern können. Ich denke, dass die Attraktivität dieser Schulen darin liegt, dass es sich um Ganztagsschulen handelt. Die Eltern können ihre Kinder morgens abgeben und mittags oder abends wieder abholen. Sie wissen, dass die Kinder den ganzen Tag über betreut sind. In unseren Stadtteilschulen haben wir die Schulfoyers, doch kann in der Tat nicht jedes Kind dort aufgenommen werden. In den privaten und internationalen Schulen werden die drei Sprachen nicht so gepflegt wie in der öffentlichen Schule und selbstverständlich geht den Kindern dadurch etwas verloren. Allerdings kommt auch nicht jedes Kind gut mit dem Drei-Sprachen-System zurecht. Seit jeher wandern deshalb manche Kinder aus der öffentlichen Schule in andere Schulen ab. Jahrzehntelang sind Kinder jeden Morgen mit Bussen nach Arlon gefahren oder sogar nach Eupen (deutschsprachiges System), weil sie nicht gut in Französisch waren. Das kann jedoch keine Lösung sein für Kinder, die in Luxemburg wohnen. Daher musste nach anderen Lösungen gesucht werden. In der internationalen Hauptstadt, die wir sind, und in der auch die Europabeamten ihre Kinder in die Europaschule schicken, wird es nie gelingen, dass alle Kinder die öffentliche Schule besuchen werden. Nichtsdestoweniger nehmen wir viele ausländische Kinder in unserer öffentlichen Schule auf, Kinder, die im Laufe eines Jahres nach Luxemburg kommen und keine der Landessprachen sprechen. Diese Kinder besuchen einen „cours d’accueil“ in einer „classe d’attache“. Die Anstrengungen, die hier unternommen werden, sind bewundernswert, allerdings ist dies weder für die Kinder noch für die Lehrpersonen ein einfacher Weg. Wenn also Diversität angeboten wird und Kinder so größere Chancen haben, weiterzukommen und ins Lyzeum gehen zu können, so ist dies für mich eine gute Sache. Die Diversifizierung des Schulangebots kommt den Bedürfnissen dieser Kinder entgegen, und ich denke auch, dass es für Kinder aus finanziell weniger begünstigten Familien einen besseren Anschluss finden, da die Kinder von EU-Beamten in ihrem Sprachrahmen bleiben können, was ihnen eine harmonische Schulbildung erlaubt. Unser Ziel ist es, in jedem Stadtteil eine kommunale Kinderkrippe anbieten zu können. Derzeit zählen wir sechs kommunale Kinderkrippen – gegenüber 100 privaten Kinderkrippen. Es ist demnach illusorisch zu meinen, dass wir die Nachfrage nach Kinderkrippenplätzen ganz abdecken könnten. In den Kinderkrippen haben wir ebenfalls das Problem, dass wir keine Leute finden, und doch stelle ich fest, dass sich die zuständige Dienststelle in den vergangenen Jahren vergrößert hat und eine sehr gute Arbeit leistet. Die „études dirigées“ funktionieren gut und alles läuft ruhig ab. Der private Dienstleister deckt ein Drittel der Zeitfenster ab. Über den privaten Dienstleister verfügen wir über qualifiziertes Personal und über Ersatzpersonal, wenn Lehrpersonal ausfällt. Was ist daran schlecht? Wenn wir als Gemeinde Hausaufgabenhilfe anbieten wollen, geht dies nur über den Weg einer Zusammenarbeit mit einer Vereinigung ohne Gewinnzweck oder einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, denn wir können das Lehrpersonal nicht dazu zwingen, außerhalb der Schulstunden Nachhilfe zu geben, auch wenn andere Gemeinden diesen Weg mal gegangen sind. Wir können auch nicht hunderte von kleinen Zeitverträgen mit Studenten oder Rentnern abschließen, und auch nicht zusätzlich noch Ersatzpersonal verwalten. Unsere Dienststellen sind dafür personell nicht aufgestellt. Wenn wir nicht auf einen externen Partner zurückgreifen wollen, müssen wir auf das Angebot von Hausaufgabenhilfe verzichten. Es wäre schade gewesen, wenn wir die Hausaufgabenhilfe hätten abschaffen müssen. Dies wäre zum Nachteil jener Kinder gewesen, denen zuhause nicht bei den Hausaufgaben geholfen werden kann. Die Abschaffung der Hausaufgabenhilfe wäre ein rückwärtsgerichteter Schritt, ein Schritt in Richtung weniger Chancengerechtigkeit gewesen. Schöffe Patrick GOLDSCHMIDT: Ich möchte Rätin Margue für ihren interessanten Budgetbericht, der mit gut gefallen hat, danken. Ich danke auch allen Rednerinnen und Rednern, auch wenn ich nicht mit allen Aussagen einverstanden war. Ich möchte beginnen mit jenen Aussagen, die ich vermisst habe. Am 3. Dezember 2021 hat die Europäische Kommission den 1. Platz des „Access City Award“ an die Stadt Luxemburg verliehen. Dies bedeutet, dass der Stadt Luxemburg 150.000 Euro überreicht werden. Die Stadt Luxemburg reicht seit zehn Jahren Bewerbungen ein. Im Jahre 2015 wurden die Anstrengungen der Stadt Luxemburg mit einer besonderen Erwähnung und im Jahr 2018 mit einem dritten Platz gewürdigt. Über die Verleihung der Goldmedaille freuen wir uns sehr. Ich nutze die Gelegenheit, um vor allem Frau Madeleine Kayser zu danken. Wir verdanken es ihrem unermüdlichen Einsatz, dass wir so viel im Sinne eines gleichberechtigten Zugangs zum städtischen Leben für Menschen mit Behinderungen erreicht haben. Mit dem „Access City Award 2022“ wird die Stadt Luxemburg für ihre Bemühungen um Lösungen und Verbesserungen, dank derer unsere Stadt für Menschen mit Behinderungen leichter zugänglich werden soll, ausgezeichnet. Im Rahmen von Budgetdebatten ist Lob vonseiten der Oppositionsbank eher selten, außer von Rat Boisante und Rätin Reyland, die uns ein wenig gelobt haben. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern des „Service Véhicules et Maintenance“ für ihre gute Arbeit bedanken. Sie sind es, die uns immer wieder darauf hinweisen, dass dieses oder jenes unserer Dienstfahrzeuge noch nicht ersetzt zu werden braucht, die Kosten hierfür zu hoch wären. Dies erklärt auch, warum wir nicht von einem Tag auf den anderen die Entscheidung treffen können, zu 100% auf Elektromobilität umzusteigen. Kommt ein Fahrzeug an sein Lebensende oder die Dienststelle befindet, dass die Zeit gekommen ist, ein Fahrzeug zu ersetzen, wird selbstverständlich darauf geachtet, dabei so ökologisch wie nur möglich zu handeln. Die Mitarbeiter der Dienststelle leisten eine wichtige Arbeit, auch wenn sie mehr im Hintergrund arbeiten.

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