VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_10_12

605 DE SITZUNG VOM FREITAG, DEM 10. DEZEMBER 2021 eines Umsteigepols im Bereich der Rue d’Orchimont, knapp 500 m vom Hauptbahnhof entfernt. Nach meinem Verständnis sollen Umsteigepols an der Peripherie der Stadt angesiedelt sein, damit die Menschen dort auf ein öffentliches Transportmittel umsteigen können, das sie schnell von A nach B bringt. In diesem Zusammenhang schwebt mir der Einsatz von Minibussen vor, die im 10 Minuten-Takt auf einer Ringlinie und zwei Transversallinien verkehren. Es macht in meinen Augen keinen Sinn, wenn regionale Busse z.B. bis zum Place de l’Etoile fahren. Vielmehr wäre z.B. ein Umsteigepol im Bereich des CHL vorzusehen, wo die Leute auf einen Minibus umsteigen können, der sie schnell ins Stadtzentrum bringt. Die Umsteigepols brauchen viel Patz. Warum nicht sofort die Umsteigepols weiter vom Stadtzentrum entfernt errichten? Die Anstrengungen des amtierenden Schöffenrates, das Anlegen von gesicherten Radwegen zu konkretisieren, ist ausdrücklich zu begrüßen. Wir alle wissen um die vielen Autofahrten, die Eltern zurücklegen, um ihre Kinder zu den Freizeitaktivitäten zu fahren. Wenn die Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad dorthin gelangen könnten, würde sich dies positiv im Sinne einer Reduzierung des Autoverkehrs auswirken. Eine Radverbindungsachse in Richtung Konservatorium, wohin viele Eltern ihre Kinder fahren, wäre sinnvoll. Soweit mir bekannt ist, führt kein Radweg über den „Geessekneppchen“. Hier wäre demnach der Staat gefordert. Die Klimakrise ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen. Bäume haben ökologische Funktionen, sind Schattenspender, Sauerstofflieferanten. Bäume haben einen erheblichen Einfluss auf das Stadtklima. Die Dienststelle zuständig für die städtischen Parkanlagen leistet hervorragende Arbeit. Die Stadt Luxemburg kann stolz auf ihre Parkanlagen sein. Im „Ban de Gasperich“ entsteht eine weitere Parkanlage, der größte Park in der Stadt. Wir müssen aber auch feststellen, dass immer mehr Bäume unter den anhaltenden Trockenperioden leiden. Wie gehen wir vor, um zu verhindern, dass diese Bäume sterben? Werden diese Bäume gegossen? Ich möchte ausdrücklich begrüßen, dass aufgrund meiner Intervention weitere sechs Bäume im Park Merl angepflanzt wurden. Ich schlage vor, dass wir ganz allgemein wesentlich mehr Bäume pflanzen. In nordischen Ländern, und sogar in China, gibt es eine proaktive Planung, um Hunderttausende oder Millionen von Bäumen zu pflanzen. Auf meinen Spaziergängen durch die Stadt sind mir Standorte aufgefallen, wo zusätzliche Bäume gepflanzt werden könnten. In den Gewächshäusern der Stadt wachsen Pflanzen heran. Werden hier auch Bäume aus Samen gezüchtet? Sollten wir nicht jedem Einwohner der Stadt Luxemburg einen Baum schenken, den er in seinem Garten pflanzen kann? In einem weiteren Punkt möchte ich auf die Organisation von Freizeitaktivitäten für Kinder eingehen. Das Angebot an Freizeitaktivitäten auf dem Territorium der Stadt Luxemburg ist groß und vielfältig und findet auch großes Interesse bei vielen Menschen, die nicht in der Stadt wohnen. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot immer weiter ausgebaut. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass wir eine OnlinePlattform schaffen, die einen Überblick über das ganze Angebot verschafft, wo ich sehen kann, welche Aktivitäten von welcher Vereinigung in meinem Viertel angeboten werden. Eine solche online-Plattform würde auch der Dienststelle einen guten Überblick darüber verschaffen, welche Sportarten in welchen Stadtteilen angeboten oder nicht angeboten werden. Dies würde es erlauben, eine gute Verteilung der Aktivitäten auf die verschiedenen Viertel zu gewährleisten. Im Rahmen der Einschreibungen wäre es interessant zu prüfen, aus welchen Stadtteilen die Interessenten kommen. Auf Basis der gesammelten Daten könnte z.B. ein zweiter Kursus in einem anderen Stadtteil angeboten werden, was wiederum dazu beitragen würde, dass Eltern ihre Kinder für die Teilnahme an einer Freizeitaktivität nicht ins Nachbarviertel fahren müssten. Demnach auch weniger Autoverkehr. Es würde Sinn machen, die Stadt in Sektoren (Osten, Westen, Süden, Norden) aufzuteilen, um die Freizeitangebote so besser auf die lokalen Bedürfnisse zuschneiden zu können. Mit den Musikschulen in den verschiedenen Stadtteilen hat das Konservatorium diesen Weg bereits eingeschlagen. Vor einigen Jahren hatte ich die Idee für den Bau einer Brücke geäußert, welche das Bahnhofsviertel mit dem Stadtteil Kirchberg verbinden soll. Ich würde es begrüßen, wenn die technische Machbarkeit eines solchen Projektes geprüft werden könnte. Von der großen Nützlichkeit dieser neuen Verbindung bin ich überzeugt. Rat Paul GALLES (CSV): Vorab möchte ich Kollegin Elisabeth Margue für ihren klaren, kompakten und zielstrebigen Budgetbericht beglückwünschen und auch für die mündliche Vorstellung des Berichts. Mein Dank geht auch an den amtierenden Schöffenrat, sowie an die vorangehenden Schöffenräte. Sie haben die Finanzen der Stadt Luxemburg so verwaltet, dass ein gutes Zusammenleben in der Stadt möglich ist. Finanzschöffe Mosar möchte ich für seine Erklärungen und Bemerkungen über die Herausforderungen der kommenden Jahre danken. Ich danke der Finanzkommission für ihre konstruktive Arbeit. Mein Dank geht selbstverständlich auch den Finanzdienst und an alle anderen kommunalen Dienststellen, die viel gearbeitet haben, damit das Budget 2022 heute vorliegt. Der von Berichterstatterin Margue gewählte Ansatz, das Budget 2022 unter dem Aspekt des Wohlbefindens zu beleuchten, ist ungemein spannend. Die Pandemie ist noch nicht überstanden. In dieser schwierigen Zeit stellt sich die Frage, wie sich eine Stadt als System in einer Krise verhält. Die Finanzen der Stadt Luxemburg sind stabil und gesund und auch die makroökonomische Situation scheint sich in die Richtung zu entwickeln, dass wir mehr Sicherheit erhalten und auf diese aufbauen können. Allerdings sind Finanzen kein Selbstzweck: es wird in die Zukunft investiert. Die Stadt Luxemburg investiert, damit unsere Stadt lebenswert bleibt. In ihren Ausführungen hat Rätin Bock auf die Folgen der Pandemie hingewiesen. Es ist wichtig, dass wir diese Folgen genau im Auge behalten und weiter investieren. Während der Krise hatten viele Menschen den Eindruck, dass es eine Verschiebung ihrer Prioritäten gibt, eine Verschiebung des Blickwinkels, den sie auf ihr Leben richten. Die Pandemie hat zu einer Verlangsamung bzw. zu einer Unterbrechung des Alltags geführt. Dies war zum Nachteil aller, die davon abhängig sind, dass die Wirtschaft brummt. Ich möchte erneut die Gelegenheit nutzen, um dem Schöffenrat für jene Investitionen danken, die getätigt wurden, um jenen Menschen zu helfen, die besonders unter der Krise gelitten haben. Eine Krise bietet aber auch unerwartet neue, spannende Möglichkeiten, um neue Optionen, neue zukunftsweisende Prioritäten zu entdecken, ausgehend von der Frage: Was brauchen wir tatsächlich zum Leben? Was benötigt eine Stadt tatsächlich, um eine lebenswerte Stadt zu sein? Um leben zu können, müssen unsere Grundbedürfnisse zufriedengestellt werden. Zum Zusammenleben in einer Stadt braucht es ein sicheres Umfeld. Außerdem brauchen wir Arbeit und Selbstverwirklichung. Wir brauchen Begegnung mit Menschen und die entsprechende Mobilität, die Begegnung möglich macht. Eine Stadt sollte demnach so aufgebaut sein, dass Begegnung möglich ist. Wir brauchen die Möglichkeit, uns engagieren zu können und wir brauchen Zeit für uns selbst. Diese Fragen und Überlegungen können dazu führen, dass man einen neuen Blick auf die Aufstellung nicht nur eines Budgets, sondern auch auf das System einer Stadt wirft. Das Bruttoinlandsprodukt als Ausgangspunkt zu nehmen, ist pragmatisch und wichtig, denn ohne Geld geht nichts. Das Budget unter dem Blickwinkel des Wohlergehens der Menschen zu betrachten, eröffnet eine neue Perspektive, nämlich die, menschennäher, vielleicht menschenfreundlicher zu denken und uns die Frage zu stellen, was denn die tatsächliche Lebensqualität einer Stadt ausmacht.

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