VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_06_12

577 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 6. DEZEMBER 2021 Was nun das Gebäude gelegen 3, Rue Auguste Laval angeht, bin ich ebenfalls der Ansicht, dass es nicht bedeutet, dass wenn ein Haus als nationales Denkmal eingestuft ist, nichts mehr unternommen werden kann. Es bedeutet, dass man mit den nationalen Autoritäten Rücksprache nehmen und eine Lösung finden muss. Es mag sein, dass es an einer Kommunikation zwischen der Stadt und den zuständigen staatlichen Autoritäten mangelt, auf keinen Fall habe ich jedoch den Eindruck, dass eine Einstufung als nationales Denkmal genannter Gebäude zu einer ewigen Blockierung von Projekten führen würde. In der Vergangenheit wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass man keine Einzelbauten als Zeitzeugen schützen wolle, sondern bauliche Ensembles. Nummer 8, Rue d’Eich ist meiner Ansicht nach sehr wohl Teil eines solchen Ensembles und sollte folglich als nationales Denkmal eingestuft werden. Der Begriff „nationales Denkmal“, über den in diesem Gremium auf Seiten der Majorität oft gelacht wird, mag vielleicht überholt klingen, sollte jedoch nicht ins Lächerliche gezogen werden, auch wenn ich zugeben muss, dass ein angepasster Gesetzestext auf sich warten lässt. Rätin Ana CORREIA DE VEIGA (déi Lénk): Wir werden uns dem Gutachten der kommunalen Dienststellen, die Gebäude gelegen 10,12,14, 16, Rue d’Eich und 1, Rue Munchen-Tesch als nationales Denkmal einzustufen, anschließen. Wir freuen uns, dass diese Gebäude als Bauzeugen ihrer Zeit als schützenswert gelten. Was das Gebäude gelegen 8, Rue d’Eich angeht, sei darauf hingewiesen, dass hier unterschiedliche Gutachten unserer Dienststellen vorliegen. Während der Service Urbanisme das Gebäude für erhaltenswert hält, teil der Service Bâtiments diese Ansicht nicht. déi Lénk vertreten die Ansicht, dass manche Gebäude auch dann erhaltenswert sind, wenn sie den Kriterien der absoluten Perfektion nicht gerecht werden. Beim Gebäude Nr. 8, Rue d’Eich handelt es sich um ein Haus, das immerhin 250 Jahre alt ist und noch immer steht. Sieht man sich die entstehenden Neubauten an, erscheint die Frage berechtigt, ob diese eine derart lange Lebensdauer haben werden. Das Gebäude ist zudem Teil eines Ensembles. déi Lénk werden sich dem Vorschlag des Schöffenrates, für das Gebäude Nr. 8, Rue d’Eich ein negatives Gutachten zu erteilen, nicht anschließen. Betreffend das Gebäude Nr. 3, Rue Auguste Laval werden wir uns dem Vorschlag des Schöffenrates, ein negatives Gutachten zu erstellen, anschließen. Die Einstufung eines Gebäudes als nationales Denkmal soll sicherstellen, dass ein Gebäude nicht abgerissen wird, was nicht verhindert, dass „faule Elemente“ ersetzt werden können. Bürgermeisterin Lydie POLFER: Mir ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Stadt Luxemburg den historischen und architektonischen Wert genannter Gebäude lange vor dem Kulturministerium erkannt hat, sind die Gebäude im Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg doch bereits in einem „secteur protégé des ensembles sensibles“ eingestuft. Verschiedene Redner tun so, als ob der Schöffenrat sich über das Gutachten einer Dienststelle hinwegsetzen würde. Dem ist nicht so. Ich zitiere aus dem Bericht der beratenden Kommission: „Les services Urbanisme et Bâtiments ne se rallient pas à l’expertise du Ministère de la Culture pour l’immeuble sis 8, rue d’Eich, en relation avec la valeur artistique, historique, locale et sociale de cet immeuble pour le quartier d’Eich. Il est dès lors proposé au conseil communal d’aviser défavorablement le classement comme monument national de l’immeuble sis 8, rue d’Eich“. Dies entspricht dem, was in einer Unterredung zwischen dem Schöffenrat und unseren Dienststellen festgehalten wurde. Der Schöffenrat zwängt den Dienststellen keine Meinung auf und setzt sich auch nicht über ein professionelles Gutachten einer Dienststelle hinweg. In der mit unseren Dienststellen geführten Diskussion haben wir uns in aller Ruhe, unter Vorlage der Karten, mit dem Vorschlag des Ministeriums und den von unseren Dienststellen erstellten Gutachten befasst. Die Beamten unserer Dienststellen haben uns ihre Argumente, die sie zur Erstellung eines negativen Gutachtens für die Gebäude 8, Rue d’Eich und 3, Rue Auguste Laval bewogen haben, dargelegt. Ihre Argumente waren schlüssig. Die negativen Gutachten werden nichts daran ändern, dass die genannten Gebäude durch den Flächennutzungsplan der Stadt geschützt sind. Schöffe Serge WILMES: Es wurde der Wunsch nach einer Revalorisierung des alten Zentrums von Eich geäußert. In diesem Zusammenhang braucht niemand einen Appell an die Stadt Luxemburg zu richten. Auf Initiative der Stadt Luxemburg wurde zusammen mit dem Transportministerium und der staatlichen Straßen- und Brückenbauverwaltung eine Studie zwecks urbanistischer Neugestaltung des Raumes gelegen im Bereich der Rue d’Eich durchgeführt. Es bleibt noch viel Detailarbeit zu leisten, so dass ein solches Projekt noch nicht sofort umgesetzt werden kann. Rat François BENOY (déi gréng): Den Unterlagen, die uns vor der Kommissionssitzung zugestellt wurden, ist zu entnehmen, ich zitiere: „…que le service ne s’oppose pas à une protection en tant que monument national de l’immeuble 8, rue d’Eich.“ Bürgermeisterin Lydie POLFER: Es gilt auch den dem Zitat vorangehenden und nachfolgenden Text zu lesen. In der Kommission haben die Vertreter der Dienststelle ihre Sicht der Dinge klar dargelegt, was auch so im Kommissionsbericht widergegeben wird. Ich schlage vor, dass wir nun zum Votum übergehen, wo jeder für sich nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden kann. Der Vorschlag des Kulturministeriums, die Gebäude Nr. 10,12,14, 16, Rue d’Eich und 1, Rue Munchen-Tesch als nationales Denkmal einzustufen, wird einstimmig positiv begutachtet. Der Vorschlag des Kulturministeriums, das Gebäude Nr. 8, Rue d’Eich als nationales Denkmal einzustufen, wird mit den Stimmen der Vertreter von DP, CSV und ADR negativ begutachtet. Die Vertreter von déi gréng, LSAP und déi Lénk haben gegen ein negatives Gutachten gestimmt. Der Vorschlag des Kulturministeriums, das Gebäude Nr. 3, Rue Auguste Laval als nationales Denkmal einzustufen, wird mit den Stimmen der Vertreter von DP, CSV und ADR negativ begutachtet. Die Vertreter von déi gréng und LSAP haben gegen ein negatives Gutachten gestimmt. Die Vertreter von déi Lénk haben sich beim Votum enthalten. 3) Neuordnung von Bauland Folgende Anträge zur Neuordnung von Bauland werden einstimmig gutgeheißen: - Rue de la Vallée: Teilung der Parzellen, 243/6256, 245/6940, 245/5624, 248/7784 und 248/8473, um einen neuen Bauplatz zu schaffen, sowie ein Los, welches in ein künftiges Wohnungsbauprojekt integriert wird. - 189-191, Rue Albert Unden: Aufteilung der Parzellen 668/3462, 668/3461, 674/1545, 671/1658, 672 und 673/1719 zwecks Schaffung von 4 Bauplätzen, auf denen jeweils ein Neubau entstehen kann. Zwei Lose sind in den öffentlichen Besitz zu integrieren. - 63, Val Fleuri: Zusammenführung der Parzellen 142/5955 und 142/5954 zwecks Schaffung eines neuen Bauplatzes auf dem ein Neubau entstehen kann.

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