VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_06_12

576 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 6. DEZEMBER 2021 hinaus. Das Innere des Gebäudes entspricht keinem der festgelegten Kriterien, um als nationales Denkmal eingestuft zu werden. Wenn die Stadt Luxemburg für dieses Gebäude ein negatives Gutachten erteilt, wird es weiterhin durch den Flächennutzungsplan der Stadt geschützt sein. Das Gebäude Nr. 3, Rue Auguste Laval ist im Flächennutzungsplan mit einem Teilbebauungsplan QE [BEP] belegt. Vor diesem Gebäude befindet sich ein Parkplatz, der u.a. von Bussen genutzt wird. Der Schöffenrat schlägt vor, auch für dieses Gebäude ein negatives Gutachten zu erteilen. Wir sind nicht der Ansicht, dass eine Einstufung als nationales Denkmal gerechtfertigt ist. Hinzu kommt, dass eine solche Einstufung eine ordentliche Urbanisierung genannten Platzes, der zurzeit nicht unbedingt zur Verschönerung des Stadtteiles beiträgt, nicht mehr möglich machen würde. Es ist gut möglich, dass die Mitglieder der staatlichen Kommission dies nicht unter diesem Blickwinkel betrachtet haben. Rat Claude RADOUX (DP): Die Vorschläge des Ministeriums sind in der zuständigen Kommission diskutiert worden. Betreffend das Haus gelegen 8, Rue d’Eich ist zu bemerken, dass es sich innen in einem schlechten Zustand befindet und außerdem bereits Umbauarbeiten durchgeführt wurden. Unsere Fraktion schließt sich dem Vorschlag des Schöffenrates, für dieses Gebäude ein negatives Gutachten zu erteilen, an. Die Fassade weist verschiedene Elemente auf, die als typisch für ihre Bauzeit angesehen werden können. Die Tatsache, dass das Gebäude im Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg in einem „secteur protégé des ensembles sensibles“ gelegen ist, macht, dass diese Elemente geschützt sind. Das Gebäude gelegen 3, Rue Auguste Laval weist gemischte Baustile auf und ist unserer Ansicht nach deshalb ebenfalls nicht berufen, als nationales Denkmal eingestuft zu werden. Was die übrigen Gebäude angeht, waren wir uns einig, ein positives Gutachten auszustellen, auch wenn, innenarchitektonisch betrachtet, nicht alle Häuser den geltenden Standards entsprechen und Umbauarbeiten vorgenommen werden müssen. An verschiedenen dieser Häuser wurden außen bereits Änderungen vorgenommen, d.h. dass sie nicht mehr zu hundert Prozent authentisch sind. Die genannten Gebäude, welche das Kulturministerium als nationale Denkmäler einstufen will, sind alle im Besitz der Stadt Luxemburg. In einem Gutachten der „Sites et Monuments“-Kommission lesen wir, dass es ihren Mitgliedern nicht möglich gewesen sei, sich das Gebäude von innen anzusehen. Bei der Gemeindeverwaltung ist keine Anfrage des Ministeriums im Hinblick auf eine Besichtigung des Gebäudes eingegangen. Dass das Ministerium eine Entscheidung zur Einstufung als nationales Denkmal trifft, ohne vorher mit der Stadt Luxemburg darüber zu sprechen, ist nahezu unverständlich – vor allem angesichts der bestehenden Gesetzgebung. Wir müssen erneut feststellen, dass das Kulturministerium das Gespräch mit der Stadt Luxemburg nicht sucht, obwohl die Stadt nach dem Staat der größten Eigentümer und der größte Akteur im Luxemburger Land ist, was das Bauen angeht. Ich hätte mir gewünscht, dass das Kulturministerium im Vorfeld Kontakt zu den zuständigen kommunalen Dienststellen aufgenommen hätte, sie um ihre Meinung gebeten und auch den Wunsch, Gebäude innen besichtigen zu können, geäußert hätte, einem Wunsch, dem die Stadt selbstverständlich nachgekommen wäre. Rätin Elisabeth MARGUE (CSV): Bei den Vorschlägen des Ministeriums, die Gebäude gelegen, 10,12, 14, 16, Rue d’Eich und 1, Rue Munchen-Tesch als nationales Denkmal einzustufen, haben wir kein Problem damit, ein positives Gutachten zu erteilen. Bei den Gebäuden gelegen 8, Rue d’Eich und 3, Rue Auguste Laval verhält es sich anders. Für das Haus gelegen 8, Rue d’Eich sollte der Schutz, der durch den Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg gewährleistet ist, ausreichen. Zudem sind wir der Ansicht, dass wir eine nötige Flexibilität brauchen, dies angesichts von Plänen, den Verkehr neu zu gestalten und im Dorfkern von „Aal Eech“ eine Begegnungszone einzurichten. Die Gebäude sind im Besitz der Stadt Luxemburg. Würden die Gebäude 8, Rue d’Eich und 3, Rue Auguste Laval als nationales Denkmal eingestuft, würde dies die Umsetzung urbanistischer Pläne im Interesse des Stadtteiles und seiner Bürger blockieren. Rat François BENOY (déi gréng): Wir sprechen uns dafür aus, alle im Dokument angeführten Gebäude als nationales Denkmal einzustufen. Sind Gebäude als nationales Denkmal eingestuft, bedeutet dies nicht, dass nicht geändert werden darf. Wir sind der Ansicht, dass es sich bei den für die Rue d’Eich und die Rue Munchen-Tesch angeführten Gebäude um ein erhaltenswertes Ensemble handelt. Auch die alte Schule und die Sporthalle in der Rue Auguste Laval sind Bauzeugen ihrer Zeit. Wenn ich mich recht erinnere, lag, mit Ausnahme für das Gebäude in der Rue Auguste Laval, für sämtliche im Dokument angeführten Gebäude ein positives Gutachten der kommunalen Dienststellen vor. Die staatliche Denkmalschutzkommission hat sich bei allen Gebäuden für die Erstellung eines positiven Gutachtens entschieden. Demnach sollte sich eine Diskussion über jene Gebäude erübrigen, für die von beiden Expertengremien ein positives Gutachten erteilt wurde. Ich stelle fest, dass die Majorität den Einschätzungen unserer Dienststellen nicht vollständig folgt. Uns ist es ein Anliegen, dass der urbane Raum im Bereich der Rue d’Eich revalorisiert wird. Die Rue d’Eich ist eine vielbefahrene Verkehrsachse, was die Lebensqualität der Einwohner beeinträchtigt. Die Tankstelle trägt auch nicht zur Verschönerung dieses Areals bei. Wir meinen, dass es Sinn macht, die angeführten Gebäude als nationales Denkmal einzustufen. Eine Einstufung als nationales Denkmal bedeutet nicht, dass es keine Änderungen geben darf, sondern dass solche im Respekt des Bestandes durchgeführt werden müssen. Die Stadt sollte dafür Sorge tragen, dass die urbanistischen Verbesserungen so schnell wie möglich in Angriff genommen werden. Im Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg ist eine Umleitung der Straße bereits angedacht und der leitende Beamte der Dienststelle hat uns mitgeteilt, dass ein solche Maßnahme relativ schnell durchgeführt werden könnte. Wir sind demnach der Ansicht, dass der Schöffenrat im Interesse der Lebensqualität aller Einwohner des Stadtteiles, so schnell wie möglich dafür sorgen soll, dass der Verkehr umgeleitet und eine Begegnungszone geschaffen werden kann. Am Standort der Tankstelle ließe sich ein in das Viertel integrierendes Projekt realisieren. Auch eine Neugestaltung der „Eecher Plaaz“ (Place Dargent) wäre sinnvoll. Was die Infrastrukturen für Radfahrer angeht, besteht ebenfalls hoher Nachholbedarf. Hier verläuft eine wichtige Nord-SüdVerbindungsachse für Radfahrer und auch eine Anbindung des Stadtteiles Mühlenbach an das Radwegenetz wäre wichtig. Es liegen Pläne für eine Renaturierung der Alzette vor und auch in diesem Zusammenhang ließen sich am Standort, von dem hier die Rede ist, konkrete Maßnahmen ergreifen. déi gréng appellieren an den Schöffenrat, eine allgemeine Umgestaltung des urbanen Raumes im Umfeld der genannten Gebäude, für deren Einstufung als nationales Denkmal wir uns aussprechen, so schnell wie möglich voranzutreiben. Rat Tom KRIEPS (LSAP): Den Ausführungen von Rat Benoy kann ichmich anschließen. Bei den sich an das Gebäude gelegen 8, Rue d’Eich angrenzenden Bauten handelt es sich um Häuser neogothischen Stils. Ich stelle fest, dass unsere Dienststelle von einem schützenswerten Gebäude spricht, selbst wenn die Innenarchitektur des Hauses nicht mehr identisch mit der Innenarchitektur der Bauzeit des Hauses ist. Ich schlage vor, dass wir uns, was dieses Gebäude angeht, trotzdem für eine Einstufung als nationales Denkmal aussprechen.

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