VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_06_12

573 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 6. DEZEMBER 2021 Rat Guy FOETZ (déi Lénk): Wir werden das Projekt, mit dem wir befasst sind, mittragen. Inwiefern wird das vorliegende Projekt und auch andere in Zukunft Auswirkungen auf den Wasserpreis haben? Hierüber sollte eine Diskussion geführt werden. Zudem ist es notwendig, die Bürger auch weiterhin für einen sparsamen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser zu sensibilisieren. Wir müssen uns von der Praxis verabschieden, auf Trinkwasser für die Toilettenspülung zurückzugreifen. Stattdessen könnte man für die Toilettenspülung Regenwasser benutzen. Ist die Stadt Luxemburg kurz- bzw. mittelfristig gewillt in diese Richtung zu gehen? Rat Krieps ist bereits auf das Problem des hohen Härtegrades des Quellwassers eingegangen, der auf den Luxemburger Sandstein zurückzuführen ist. Obwohl die Stadt Luxemburg dem Quellwasser weicheres SEBES-Wasser zufügt, müssen wir feststellen, dass der Härtegrad weiter steigt. Dadurch kommt es bei Haushaltsapparaten durch den Kontakt mit alkalischen Stoffen oder das Verdampfen des Wassers zu Kalkablagerungen. Wird nichts gegen diese Ablagerungen unternommen, gehen die Geräte langsam aber sicher kaputt. Die Gemeinde Mondorf hat eine Enthärtungsanlage in großem Stil installiert. Gedenkt die Stadt Luxemburg, diesem Beispiel zu folgen? Als ich dieses Thema in der Sitzung vom 14. Juli 2021 angeschnitten habe, wurde mir von Schöffin Beissel geantwortet, dass sich das Problem nicht akut stelle. Dagegen hat sie in einer rezenten Sitzung der Finanzkommission kürzlich zu verstehen gegeben, dass man das Problem angehen müsse. Daher mein Vorschlag, dass wir uns in der zuständigen Kommission mit dem Thema einer Enthärtungsanlage oder dem Rückgriff auf andere Möglichkeiten befassen. Auch müssen die Bürger besser informiert werden, damit sie ihre Elektroapparate so einstellen, dass sich weniger Kalk absetzt. Schöffin Simone BEISSEL: Die Quellwasserfassungen C03 und C06 sind derzeit wegen Qualitätsproblemen außer Betrieb. Die Quellwasserfassungen C04 und C05 sind noch in Betrieb, müssen jedoch ebenfalls erneuert werden. In der Kommissionssitzung wurde auf die horizontalen Bohrungen, die durchgeführt werden, hingewiesen. Während der Arbeiten bleibt ein Zugang zu den Quellen gesperrt und es werden Schutzgeländer errichtet. Die Quellfassungen liegen mitten im Wald. Während der Arbeiten wird alles abgesichert. Erst wenn die Quellfassungen erneuert werden, können präzise Angaben zum zusätzlichen Fassungsvolumen gemacht werden. Dadurch, dass verschiedene Quellen derzeit nicht in Betrieb sind, der ganze Sektor voll mit Wasser ist, das Wasserwirtschaftsamt jedoch nur einen Zugriff auf die Quellen bis zu einer maximalen Menge zulässt, haben wir sehr wohl Interesse daran, dass das Fassungsvolumen steigt. Lange Zeit lag die Bevölkerung der Stadt Luxemburg bei 85.000 Einwohnern. Mittlerweile zählt die Stadt 125.000 Einwohner. Tagsüber kommen zahlreiche Menschen, die hier arbeiten, hinzu. Der Wasserkonsum liegt seit Jahren bei 7 Millionen Kubikmeter pro Jahr, dies, weil wir große Anstrengungen unternommen haben, um die Bürger zu sensibilisieren und sie darauf hinzuweisen, dass Wasser eine wertvolle Ressource ist, die es zu schützen gilt und mit der man sparsam umgehen sollte. Die Sensibilisierung beginnt bereits in den Schulen. Auch die ALUSEAU (Association luxembourgeoise des services d’eau) und das Wassersyndikat SEBES leisten ihren Beitrag. Wir leben in einem glücklichen Land und in einer glücklichen Stadt. Die Stadt Luxemburg zählt derzeit 62 Quellen in ihrem Besitz, die zum größten Teil auf dem Territorium der Stadt liegen. Wir wissen allerdings nicht, wie sich die Klimaschwankungen weiter entwickeln werden, so dass Vorsicht und ein sparsamer Umgang mit der Ressource Wasser angesagt bleiben. Letzen Angaben zufolge ist der Wasserkonsum von 7 auf 8 Millionen Kubikmeter/Jahr angestiegen, Angaben, die sich auf die Zeit vor Beginn der Covid-19-Pandemie beziehen. Während der Pandemie ist der Wasserverbrauch zurückgegangen, was u.a. darauf zurückzuführen ist, dass es weniger Baustellen gegeben hat und die Mitarbeiter der Betriebe häufig im Homeoffice waren. Die Räte Krieps und Foetz haben zu Recht darauf hingewiesen, dass es in Luxemburg viel Sandstein gibt, was der Qualität des Wassers zuträglich ist. Die Wasserhärte des Quellwassers aus dem Luxemburgischen Sandstein schwankt zwischen 14 und 17 Grad deutscher Härte. Beim SEBES-Wasser liegt der Kalkgehalt quasi bei null, die Nitratwerte bei 11 Milligramm pro Liter. Die Stadt Luxemburg bezieht SEBES-Wasser, um es mit dem Quellwasser zu mischen. Die Quellen gelegen in Kopstal haben einen hohen Härtegrad. Die Stadt Luxemburg hatte hier die Installation einer Enthärtungsanlage geplant, doch wir erhielten eine Absage seitens des Wasserwirtschaftsamtes, das befürchtete, dass dies eine zu hohe Schadstoffbelastung für den Mamer-Bach zur Folge hätte. Das Problem der Belastung mit MetazachlorESA konnte mittlerweile weitgehend behoben werden. Die Stadt Luxemburg hat Karten erstellt, welche Aufschluss über die 11 Zonen des Trinkwassernetzes geben. Hier ist, aufgeschlüsselt nach Straßen, zu sehen, ob die Haushalte mit SEBES-Wasser, mit Quellwasser oder mit Mischwasser gespeist werden. Diese Karten wurden überall verteilt und sind online einsehbar. Diese Karten sind bei jeder Bürgerversammlung in meinem Handgepäck. Den Vorwurf, die Bürger seien nicht informiert worden, kann ich nicht gelten lassen. Rat Foetz hat darauf hingewiesen, dass ich mich im Juli 2021 noch dahingehend geäußert hatte, dass die Installation einer Enthärtungsanlage nicht akut sei. Nach Diskussionen mit dem Wasserwirtschaftsamt und angesichts der Tatsache, dass die meisten der Kopstal-Quellen wieder in Betrieb genommen wurden, Quellen, die einen sehr hohen Kalkgehalt aufzeigen, wird derzeit eine Studie durchgeführt. Die Budgetdiskussionen in den beratenden Kommissionen gaben mir die Gelegenheit, dies anzukündigen. In der Studie wird die Installation von Enthärtungsanlagen in jenen Sektoren, die ausschließlich mit Quellwasser gespeist werden, geprüft. Wir sind uns der Problematik bewusst und versuchen, sie in absehbarer Zeit in den Griff zu bekommen. Ich werde den Gemeinderat über die Entwicklung auf dem Laufenden halten. Ein definitiver Wasserpreis konnte im Budget noch nicht angegeben werden, weil wir dabei verschiedene Komponenten berücksichtigen müssen. Den Endpreis kennen wir momentan noch nicht. Wenn wir im Ausland sagen, dass in Luxemburg Trinkwasser für die Toilettenspülung genutzt wird, kommen die aus dem Staunen nicht mehr raus. Die meisten Länder nutzen Schmutzwasser. Die moderne Technik ist heute so weit fortgeschritten, dass man nach durchlaufener Aufbereitung Wasser mit Trinkwasserqualität hat. Ich will jedoch nicht wissen, wie viel Chemie zugesetzt werden musste, um bei Wasser aus der Schelde Trinkwasserqualität zu erreichen. Einen massiven Einsatz von Chemie wollen wir nicht. Im Rahmen einer Studie wird zurzeit untersucht, inwiefern so genanntes graues Wasser z.B. für die Toilettenspülung und andere Zwecke genutzt werden kann. Graues Wasser ist nur leicht verunreinigt, besitzt jedoch keine Frischwasserqualität mehr - zum Beispiel nach dem Waschen von Salat. Es wäre ein großer Fortschritt, wenn das Trinkwasser ausschließlich für den menschlichen Verbrauch genutzt werden könnte. Fakt ist, dass wir zur Umsetzung eines solchen Projektes die Unterstützung des Staates benötigen. Daher mein Appell an die Kollegen auf der Bank von déi gréng, sich in diesem Sinne

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