VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_06_12

572 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 6. DEZEMBER 2021 Auch wir wünschen der Vereinigung „InterActions“ viel Erfolg in ihrem Jugendhaus. Wie Rat Galles zu Recht hervorgehoben hat, handelt es sich nicht nur um ein Jugendhaus für das Bahnhofsviertel, sondern auch um ein „Transit-Jugendhaus“, das auch von Jugendlichen besucht werden kann, die nicht in der Hauptstadt wohnen, sondern z.B. dort vorbeischauen, bevor sie den Zug nehmen. In der Kommission hatte ich gefragt, inwiefern die Jugendlichen des Jugendhauses bei der Gestaltung des neuen „Jugendzenter“ mitbestimmen können. Wir hätten uns etwas mehr erwartet als die Aussage, dass es da zwei Mauern gibt, die sie mit Graffitis werden bemalen können. Partizipation erlaubt die Entwicklung wichtiger Kompetenzen, z.B., zu lernen, sich zu organisieren, im Team zu diskutieren und zu verhandeln. Ein Jugendlicher, der mit seiner kleinen Schwester am Jugendhaus vorbeigeht und stolz sagen kann, dass er beim Aufbau und der Gestaltung der Struktur geholfen hat, hat sich mit seinem Jugendhaus identifiziert. Ich möchte schließen mit einem Zitat des chinesischen Philosophen, Politikers und Lehrers Konfuzius: „Sage es mir und ich vergesse es. Zeige es mir und ich werde mich vielleicht daran erinnern. Lasst es mich tun und ich behalte es für immer.“ Schöffe Maurice BAUER: Ich kann mich für die breite Unterstützung, welche die Konvention findet, nur bedanken. Im Jugendhaus wird in der Tat wertvolle Arbeit geleistet. Inter-Actions und andere Vereinigungen sind für uns unverzichtbare Partner, die über viel Erfahrung verfügen. Wenn in diesem Jugendhaus viele Sportaktivitäten angeboten werden, dann wohl deshalb, weil es sich die Jugendlichen gewünscht haben und sie das Programm partizipativ mitgestalten können. Ich habe volles Vertrauen in die Vereinigung „Inter-Actions“, die seit Jahrzehnten in diesem Bereich arbeitet. In der Kommission wurde darauf hingewiesen, dass 142 Jugendliche das Jugendhaus Rue du Fort Neipperg besuchen, davon 89 Jungen und 53 Mädchen. Die nötige Genehmigung des Ministeriums liegt vor. Das Gebäude, in welches das Jugendhaus umziehen wird, bietet mehr Platz. Die Konvention wird einstimmig gutgeheißen. V. KOSTENVORANSCHLÄGE 1) Erneuerung der Quellwasserfassungen C03 bis C06 Glasbouren Der Gemeinderat ist aufgerufen einem Kostenvoranschlag in Höhe von 3.447.697,50€ zwecks Erneuerung der Quellwasserfassungen C03 bis C06 Glasbouren zuzustimmen. Die Quellwasserfassungen C01, C02 und C07 bis C10, die sich im gleichen Tal befinden, wurden bereits erneuert. Mit einer Erneuerung der Quellwasserfassungen C03 bis C06, welche 1957 installiert wurden, werden genannte Quellwasserfassungen an die geltenden technischen und hygienischen Normen angepasst. Ihre mittlere Durchflussmenge liegt bei ungefähr 665 Kubikmeter/Tag. Die Quellwasserfassungen C03 und C06 sind derzeit wegen Wasserqualitätsproblemen außer Betrieb. Die Quellwasserfassungen C04 und C05 sind noch in Betrieb, müssen jedoch ebenfalls erneuert werden. Bei der chemischen Zusammensetzung des Wassers genannter Quellen werden alle Grenzwerte eingehalten. Es wurden allerdings wiederholt bakteriologische Probleme festgestellt. Das Projekt sieht eine Erneuerung der Quellwasserfassungen an der Entstehung der Quellen mittels Fassungswerken mit geneigten Ablaufvorrichtungen vor. Diese Abläufe sind so konzipiert, dass sie zwei wasserführende Schichten erfassen. Die Fels- und Sandschichten über den wasserführenden Schichten werden dichter als jetzt sein, so dass mit einer Verbesserung der Qualität, sprich der Durchflussmenge des gefassten Wassers zu rechnen ist. Die Gebäude der früheren Fassungswerke werden zum Teil abgebaut. Am Annahmepunkt wird das Wasser durch eine dichte Aufschüttung geschützt. Die neuen Quellwasserfassungen werden aus Stahlbeton gefertigt. Die aus den zwei wasserführenden Schichten gefassten Quellwassermengen werden in einem rostfreien Stahlbehälter gesammelt, so dass der im Quellwasser vorhandene Sand entfernt werden kann. Anschließend wird das Quellwasser in die Pumpstation Glasbouren geleitet. Die Qualität des Quellwassers der wasserführenden Schichten 1 und 2 kann separat analysiert werden. Die Arbeiten sollen zwischen Anfang September 2023 und Ende Januar 2025 durchgeführt werden. Die Kosten in Höhe von 3.447.697,50€ werden in den außerordentlichen Budgets 2023-2025 unter Artikel „Glasbouren - Quellen C03, C04, C05 et C06“ verbucht. Rätin Linda GAASCH (déi gréng): Die Quellwasserfassungen C03 bis C06 Glasbouren sollen erneuert werden. Die Tatsache, dass es sich um ältere Quellwasserfassungen handelt, hat ebenfalls Auswirkungen auf die bakteriologische Zusammensetzung des Wassers. Es gibt Roststellen und die Quellfassungen sind auch technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Welche Maßnahmen werden ergriffen, um eine Verschmutzung des Quellwassers während der Arbeiten zu vermeiden? In der Kommission haben wir erfahren, dass die Durchflussmenge nach Abschluss der Arbeiten höher sein soll. Um welche Größenordnung handelt es sich? Da die Umweltbilanz 2020 noch nicht vorgestellt wurde, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um zu fragen, wie sich der Wasserverbrauch in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Abschließend möchte ich daran erinnern, dass Natur- und Klimaschutz auch dem Trinkwasserschutz dienen. Daher unser erneuter Appell, einen konsequenten Naturressourcenschutz im Kampf gegen den Klimawandelt zu fördern. Rat Tom KRIEPS (LSAP): Unsere Fraktion begrüßt die geplanten Arbeiten. Die Quellen liefern Wasser von guter Qualität. Sorgen bereitet uns eher der Härtegrad des Wassers. Bei einem Härtegrad zwischen 14 -17 spricht man von hartem Wasser, ab 17 ist von einem sehr harten Wasser. Das Quellwasser der Stadt Luxemburg bewegt sich an der Grenze zum sehr harten Härtebereich. Es gilt zu bedenken, dass hohe Härtegrade für elektronische Haushaltsgeräte wie z.B. die Kaffeemaschine oder auch für Heizungen bedenklich sind. Die Stadt Luxemburg muss ihre Bürger informieren, dass sie die nötigen technischen Vorkehrungen treffen müssen, wenn sie Schäden an ihren Haushaltsgeräten vermeiden wollen. Ansonsten hat die Stadt Luxemburg ihre Aufgabe als Wasserlieferant nicht erfüllt. Ich würde es begrüßen, wenn die Stadt den Bürgern Informationen darüber zukommen ließe, welchem Härtebereich das Wasser, das sie in ihrem Haushalt verbrauchen, zugeordnet ist. Die Bürger sollten nicht im Internet nach diesen Informationen suchen müssen.

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