VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_06_12

568 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 6. DEZEMBER 2021 wird das Rote Kreuz über einen „assistant social“ und einen „infirmier psychiatrique“ verfügen, um diese Menschen nun besser zu begleiten. Es handelt sich um drogenabhängige Personen, die zudem lange in der Obdachlosigkeit gelebt haben, und die brauchen eine multidisziplinäre Begleitung, um sich hoffentlich gesundheitlich, sozial, aber auch in ihrer Persönlichkeit stabilisieren zu können. Dies zeigt aber auch, dass wir uns mehr Mittel an die Hand geben müssen, um „Housing First“- Projekte zu fördern. Rätin Bock hat es angesprochen: Die betroffenen Personen kommen an einen Hotspot zurück, was für ihre individuelle Entwicklung sicherlich nicht nur von Vorteil sein wird. déi gréng haben sich schon mehrfach gegen eine weitere Konzentration von solchen Strukturen ausgesprochen. Auch das Rote Kreuz hätte sich die Umsetzung des Projektes an einem anderen Standort vorstellen können. Jedoch sieht das Rote Kreuz einen größeren Gewinn darin, dass diese Menschen überhaupt eine Unterkunft erhalten, und dass ein multidisziplinäres Team diese Menschen begleiten kann. Vor knapp zwei Wochen haben die „assises sociales“ der Stadt Luxemburg stattgefunden. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um allen, die an deren Organisation beteiligt waren, zu danken. Bei der abschließenden Gesprächsrunde mit Vertretern der verschiedenen sozialen Träger, mit denen die Stadt Konventionen abgeschlossen hat, wurde ganz klar gesagt, dass die Stadt Luxemburg Menschen anzieht, weil es hier soziale Angebote und Hilfsstrukturen gibt, es jedoch sinnvoll und notwendig sei, diese Strukturen nicht nur in den Stadtteilen Gare und Bonneweg anzusiedeln, sondern auch auf andere Stadtteile zu verteilen. Dies muss auch für Wohnstrukturen gelten. Dies trage auch zu einer Mixität der Bevölkerung in einem Stadtteil bei, so die Aussage einer Vertreterin der Vereinigung „Croix-Rouge Luxembourgeoise“. Der Schöffenrat sollte zusammen mit den staatlichen Instanzen die nötigen Maßnahmen ergreifen, um eine Dezentralisierung zu erreichen - auch im Interesse der Klienten, welche die Strukturen aufsuchen. Auch sollte bei neuen Teilbebauungsprojekten systematisch die Ansiedlung von sozialen Infrastrukturen vorgesehen werden. Motion «Le Conseil communal de la Ville de Luxembourg, Considérant le nombre important de services et structures d’aide sociale déjà localisées dans les quartiers de la Gare et Bonnevoie; Considérant que certaines de ces structures connaissent une surcharge à cause du nombre croissant de leurs bénéficiaires et client.e.s ou que suite à des changements d’habitudes ces structures ne sont plus adaptées; Prenant en compte les recommandations et les mesures du Plan d’action national drogues et addiction associées 20202024 et celles du Catalogue de mesures sur la problématique de la criminalité liée aux stupéfiants au Luxembourg présentées les 20 octobre 2021 par le Gouvernement, invite le Collège échevinal – – à reconnaître la plus-value d’un offre d’aide sociale décentralisée sur l’ensemble du territoire de la Ville de Luxembourg et à y procéder, le cas échéant en concert avec les instances étatiques; – – à prévoir systématiquement des services et structures d’aide sociale à l’échelle appropriée pour des projets d’urbanisme (e.a. PAPs) qui sont développés sur le territoire de la Ville de Luxembourg. » Ich würde mich freuen, wenn die Motion die Unterstützung aller Fraktionen finden würde. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Dem Luxemburger Roten Kreuz werden 9 möblierte Zimmer im Gebäude Nr. 24, Rue de Hollerich zur Verfügung gestellt. Damit zieht das Projekt „Housing First“ von Hamm, wo es Schwierigkeiten gegeben hat, in die Rue de Hollerich um. déi Lénk werden vorliegende Konvention unterstützen. In den in der Kommission geführten Diskussionen ist uns aufgefallen, dass der Begriff des „Housing First“ nicht mehr so richtig aufgegriffen wurde. Das Grundkonzept dieses niederschwelligen Angebotes besteht darin, Obdachlosen eine Unterkunft zu geben, wo sie in einer ersten Etappe zur Ruhe kommen und sich von ihren Strapazen erholen können, um sich dann in einer zweiten Etappe Ziele zu setzen. Wird dieses Grundkonzept vom Roten Kreuz weitergeführt? In vielen Ländern gibt es damit gute Erfahrungen: Die Hälfte der Obdachlosen, die vorher auf der Straße lebten, konnten in „Housing First“-Strukturen untergebracht werden. Die Erfolgsquote ist hoch. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Luxemburg oft die Meinung „wenn du nichts leistest, bekommst du auch nichts“ vorherrscht. Bei Obdachlosen gilt es sehr viel sensibler und nuancierter vorzugehen, denn es handelt sich um Menschen, die von Scheitern und Misserfolg gebrandmarkt sind. Es stellt für sie eine große Hürde dar, in einem Zimmer zu schlafen. Sie haben bereits so viele Misserfolge erlebt, dass man sie mit Druck nicht erreichen kann. Daher sprechen déi Lénk sich ganz klar für das Konzept des „Housing First“ aus. Bevor diese Klienten bereit sind, sich Lebensziele zu geben, müssen sie sich zuerst sicher spüren und Vertrauen zum Team, das sie begleitet, aufbauen. Die Stadt Luxemburg muss ihre Verantwortung in puncto Obdachlosigkeit und Drogensucht übernehmen, weil sich diese Probleme auf ihrem Territorium stellen. déi Lénk sind aber auch der Ansicht, dass man von den anderen Gemeinden Solidarität erwarten kann, damit sie auf ihren Territorien ebenfalls „Housing First“-Strukturen schaffen. Würde jede Gemeinde zwei solcher Wohnungen schaffen, würde dies helfen, die Situation in der Stadt Luxemburg zu entlasten. Schöffe Maurice BAUER: Es handelt sich hier um Menschen, die sich in einer sehr schwierigen Situation befinden, oft auch gesundheitliche Probleme haben und die eine enge Begleitung benötigen. Es freut uns, dass die vorliegende Konvention zustande gekommen ist und wir der Vereinigung „Croix-Rouge Luxembourgeoise“ Räumlichkeiten in der Rue de Hollerich für ihr Projekt zur Verfügung stellen können und auch zusätzliches Begleitpersonal eingestellt werden kann. Denn nur so können wir versuchen, zusammen mit den Betroffenen an einer Perspektive, an einem Lebensziel zu arbeiten. Wir reagieren auf Bedürfnisse und versuchen Lösungen zu finden. Auch werden wir nicht müde, zu prüfen, ob sich nicht auch andernorts Möglichkeiten auftun, um Strukturen unterzubringen. Im vorliegenden Fall hat sich die Möglichkeit in der Rue de Hollerich ergeben, um einem Problem, das sich im Haus 1 in Hamm stellte, entgegenzuwirken. Unsere Dienststellen der „Direction des affaires sociales“ leisten eine hervorragende Arbeit. Ich stehe im ständigen Ausstauch mit den verschiedenen sozialen Trägern, um zu prüfen, wo geholfen werden kann. Ständig arbeiten sie daran, das soziale Netz, über das wir in der Stadt Luxemburg verfügen, weiter zu verbessern. Ich finde es erstaunlich, wenn während der Versammlung im Bahnhofsviertel eine Vertreterin von déi Lénk sich erhebt und meint, dass nicht genug im sozialen Bereich unternommen werde. Mit jenen Maßnahmen, welche die Stadt Luxemburg trifft, um allen Menschen zu helfen, denen wir helfen können, hat sie eine Vorbildrolle übernommen, weshalb ich die pauschale Aussage, wir müssten mehr im sozialen Bereich leisten, als wenig hilfreich und als nicht konstruktiv erachte.

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