VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_06_12

567 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 6. DEZEMBER 2021 Luxemburg an ProActif ausbezahlt, woraufhin die Stadt eine Weiterbelastung der gewährten Vorauszahlungen vornehmen wird. Total der zu übernehmenden Kosten: 73.959,21€. Im Budget sind 100.000€ eingeschrieben. Rat Paul GALLES (CSV): Die Vereinigung „ProActif“ hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen, denen das Glück nicht in den Schoß gefallen ist, dabei zu helfen, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Bei der vorliegenden Konvention geht es um Anpassungen: der Berechnungsmodus wird angepasst, der Tarif wird leicht erhöht. Die von der Stadt Luxemburg in das Projekt investierten Gelder sind gut investiertes Geld. ProActif ist ein guter Partner der Stadt Luxemburg. Rat Mathis PROST (DP): Ältere Personen und auch Personen mit spezifischen Bedürfnissen können für die Ausführung kleinerer Arbeiten und Dienstleistungen (Hecken schneiden, einen Wasserhahn reparieren, eine Person zum Arzt begleiten...) auf die Dienste von ProActif zurückgreifen. Ältere Menschen wissen nicht immer, an wen sie sich für diese Arbeiten wenden sollen, oder erhalten manchmal eine Absage, wenn sie sich dafür an Firmen wenden. Es ist demnach zu begrüßen, dass die Konvention erneuert wird. ProActif leistet gute Arbeit. Die Konvention wird einstimmig gutgeheißen. 7. Konvention zwischen der Stadt Luxemburg und dem Luxemburger Roten Kreuz über die Modalitäten betr. die von der Stadt Luxemburg zur Verfügung gestellten möblierten Zimmer auf zwei Stockwerken im Gebäude gelegen 24, Rue de Hollerich im Rahmen eines Projektes für betreutes Wohnen für Personen, die obdachlos waren. Die Zimmer sollen den Klienten eine gewisse Stabilität und Sicherheit geben, ihre Selbstentfaltung sowie ihre gesundheitliche Situation fördern. Das Luxemburger Rote Kreuz zeichnet für die Umsetzung des Projektes verantwortlich und wird, in Zusammenarbeit mit der Stadt Luxemburg, das notwendige Personal einstellen: –– 2 x 0,5 Vollzeitäquivalente „agent éducatif“ (Laufbahn C4); –– 1 Vollzeitäquivalent „assistant social“ (Laufbahn C6); –– 0,5 Vollzeitäquivalent „infirmier psychiatrique“ (Laufbahn C5*) (Kollektivvertrag des «Secteur d’Aide et de soins – SAS»). Die Stadt verpflichtet sich, 9 möblierte Zimmer zur Verfügung zu stellen (maximale Aufnahmekapazität: 12 Personen). Auf jedem Stockwerk befinden sich ein bzw. zwei Badezimmer, eine Waschküche, eine Gemeinschaftsküche, sowie ein Büro und Toiletten unter dem Dach. Die Stadt Luxemburg stellt außerdem die Möbel (Betten, Tische, Stühle, Schränke, Fernseher und Kühlschränke) zur Verfügung. Die Stadt beteiligt sich an den Verwaltungskosten (Personalkosten, Betriebskosten, Verpflegung und Hygiene, Ausbildungskosten im Zusammenhang mit dem Projekt, an den Kosten zur Reinigung der gemeinsam genutzten Räume und des Büroraumes, an den Kosten für Büromaterial, den Transportkosten (Personal), Versicherungskosten, Telefonkosten und Kosten, die im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten und kulturellen Aktivitäten stehen). Der von der Stadt Luxemburg geleistete finanzielle Beitrag kann den im Budget eingeschriebenen Betrag nicht überschreiten. Die Vereinigung „Croix-Rouge Luxembourgeoise“ verpflichtet sich zur Zahlung einer monatlichen Miete je Nutzer der möblierten Zimmer an die Stadt Luxemburg. Bleibt ein möbliertes Zimmer unbelegt, zahlt die Vereinigung der Stadt Luxemburg 1€ pro Monat. Die Kosten für die Stadt Luxemburg für das Jahr 2022 belaufen sich auf 270.251,85€, Gelder, die im Budget eingeschrieben sind. Die Konvention tritt am 1. Januar 2022 für die Dauer eines Jahres in Kraft. Zwölf Monate nach Inkrafttreten der Konvention soll eine Bewertung vorgenommen werden, um dann über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit zu entscheiden. Die Konvention wird stillschweigend von Jahr zu Jahr verlängert, außer Kündigung durch eine der Vertragsparteien per Einschreiben mit einer Kündigungsfrist von vier Monaten. Rat Paul GALLES (CSV): Im Rahmen dieses Projektes stellt die Stadt Luxemburg dem Luxemburger Roten Kreuz neun möblierte Zimmer für maximal 12 Personen in der Rue de Hollerich zur Verfügung. Im „Haus 1“ in Hamm waren diese Personen zusammen mit Personen, denen ein internationaler Schutz zuerkannt wurde, oder auch anderen Personen, die wir als Stadt Luxemburg beherbergen, unter einem Dach untergebracht. Im Lockdown kam es jedoch zu Spannungen zwischen den Gruppen, wodurch es notwendig wurde, nach Lösungen zu suchen. Im „Haus 1“ ist nun eine Sicherheitsfirma tätig, und das Rote Kreuz zieht mit seinem Projekt in die Rue de Hollerich um, wo die Klienten von einem multidisziplinären Team begleitet werden. Die Stadt Luxemburg stellt das Mobiliar zur Verfügung, trägt die Personal-, Betriebs- und verschiedene andere Kosten. In der Sozialkommission wurde offen über verschiedene Fragen diskutiert: Zentralisierung oder Dezentralisierung von Strukturen, große oder kleine Strukturen? In der Kommission wurde uns erklärt, dass es sowohl für die eine als auch für die andere Lösung positive und negative Beispiele gebe und man daher gut daran tue, pragmatisch an die Situation heranzugehen. Da die Situation im „Haus 1“ nicht mehr tragbar war, schien uns die Lösung eines Umzuges vernünftig. Es stellt sich immer die Frage, ob die Bevölkerungsgruppen, die in einem Gebäude zusammentreffen, die nötigen sozialen Kompetenzen haben, um unter einem Dach zu leben und miteinander auszukommen. Ein Ziel unserer sozialen Arbeit ist es, soziale Kompetenzen zu vermitteln. Leider klappt es nicht immer und daher erachte ich die Lösung, der Vereinigung ProActif neun möblierte Zimmer für ihr Projekt in der Rue de Hollerich zur Verfügung zu stellen, als pragmatisch und richtig. Das Projekt findet unsere volle Unterstützung. Rätin Héloïse BOCK (DP): Wir haben hier ein weiteres Beispiel einer Struktur, wo wichtige Arbeit geleistet wird. Leider sind diese neuen möblierten Zimmer nur knapp 400 Meter von einer anderen Struktur dieser Art, nämlich dem ehemaligen „Hotel Delta“, entfernt. Wie wird festgelegt, wo diese Strukturen entstehen? Es scheint, dass es im „Haus 1“ zu Aggressionen unter den Gruppen gekommen ist. Die Vorgehensweise scheint darin zu bestehen, einen Teil dieser Menschen im Bahnhofsviertel unterzubringen, wo die Gewalt ja angeblich zuhause ist... Ich bedauere, dass ein Teil dieser Personen im Bahnhofsviertel untergebracht werden, wo viele weitere soziale Strukturen bestehen. Wenn es im „Haus 1“ im Hamm bereits Schwierigkeiten gab, stellt sich die Frage, wie die Bewohner der neuen Struktur im Bahnhofsviertel zurechtkommen werden. Es sollte versucht werden, solche Hotspots in Zukunft zu vermeiden. Soziale Hilfsstrukturen sollten auch in anderen Vierteln angesiedelt werden. Rätin Christa BRÖMMEL (déi gréng): Bei den Klienten des Projektes geht es um Personen, die sich nicht im „Haus 1“ integrieren konnten. Wir unterstützen die Lösung, diese Personen im „Le Saxophone“-Gebäude unterzubringen. Denn einerseits gab es im „Haus 1“ eine Notsituation, und es musste eine rasche Lösung gefunden werden, und andererseits

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