VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_07_2021_06_12

565 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 6. DEZEMBER 2021 Rätin Christa BRÖMMEL (déi gréng): Auch wir unterstützen die vorliegende Konvention. Die Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ setzt sich für die Bedürfnisse von Menschen ein, die sozial ausgeschlossen oder vom sozialen Ausschluss bedroht sind. Die Vertreter der Vereinigung sehen ihre Klienten als „les cabossés de la vie“ an. Die Vereinigung leistet eine hervorragende Arbeit, um diesen Menschen - Langzeitarbeitslose, alkoholkranke Menschen, ehemalige Häftlinge, Drogenabhängige, Asylbewerber, aber auch andere sozial isolierte Personen - beim Knüpfen sozialer Kontakte zu helfen. Laut ihrem Aktivitätsbericht zählte die Vereinigung im Jahr 2020 insgesamt 4.672 Klienten. Diese Zahl erklärt, warum die Vereinigung zusätzliche Räumlichkeiten benötigt. Die Zahl spiegelt auch wider, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer größer wird. Im Restaurant der „Stëmm vun der Strooss“ in der Rue de la Fonderie wurden im Jahr 2020 insgesamt 71.000 Essen (258 Essen pro Tag) gereicht. Die „Kleederstuff“ hat im Jahr 2020 3.044 Personen mit Kleidern versorgt. Die Menschen, die hierherkommen, können hier auch ihre Kleider waschen. Auch Duschen stehen zur Verfügung. Die Klienten können vor Ort medizinische Dienste in Anspruch nehmen. Vier Ärzte bieten ihre Dienste auf freiwilliger Basis an. Des Weiteren funktioniert ein Atelier, in dem die Zeitschrift „Stëmm vun der Strooss“ hergestellt wird. Zu den Angeboten gehören des Weiteren ein Sozialdienst, ein „Service coiffeur“ und die Dienstleistung „Kannerstëmm“. Die Räumlichkeiten in der Rue de la Fonderie sind voll ausgelastet. Daher die Anfrage der Vereinigung bei der Stadt Luxemburg nach zusätzlichen Räumlichkeiten. Wir begrüßen, dass der Vereinigung weitere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, dies zum symbolischen Mietpreis von 120 Euro pro Jahr. Gut ist auch, dass die neuen Räumlichkeiten nicht weit weg von der Rue de la Fonderie gelegen sind, sodass die verschiedenen Vereinsaktivitäten nicht auseinandergerissen werden. Die Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ leistet eine wichtige und wertvolle Arbeit, die wir unterstützen müssen. Rat Mathis PROST (DP): Vieles ist bereits gesagt worden. Die Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ leistet in der Tat eine gute und wichtige Arbeit. In der Kommission wurde der Wunsch geäußert, die Räumlichkeiten in der Rue de Hollerich besichtigen zu können, sofern es die sanitären Maßnahmen erlauben. Bürgermeisterin Lydie POLFER: Wir werden das Gebäude zusammen mit der Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ einweihen, und selbstverständlich werden alle Mitglieder des Gemeinderates eingeladen. Rätin Héloïse BOCK (DP): Es ist zu begrüßen, dass die Stadt Luxemburg die Aktivitäten der Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ unterstützt. Die Vereinigung leistet in der Tat eine hervorragende Arbeit. Bei ihren Klienten handelt es sich um Menschen, die nicht so viel Glück im Leben hatten und denen hier geholfen werden kann. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um noch einen anderen Aspekt zu beleuchten. Ich meine, dass es wichtig wäre, in Zukunft mehr darauf zu achten, wo sich solche Strukturen niederlassen sollen. Ich teile nicht die Meinung von Rätin Brömmel, die meint, dass es nicht gut sei, Dienstleistungen örtlich auseinanderzureißen. Es geht nicht um die Dienstleistung, sondern um den Klienten. Die Strukturen sollte man dort schaffen, wo es Klienten für die angebotenen Dienstleistungen gibt. Diese Klienten gibt es auch in der Oberstadt. Fakt ist, dass es im Bahnhofsviertel eine große Konzentration an Strukturen gibt, welche Dienstleistungen anbieten, die unterschiedliche Probleme ansprechen und in den Griff zu bekommen versuchen. Dies ist lobenswert, allerdings führt dies dazu, dass Hotspots entstehen, an denen alle Probleme zusammentreffen und auch jene Menschen, die hier Hilfe suchen, in Situationen geraten, die für sie selbst schwierig sind. Mir scheint wichtig, dass wir nicht alle Strukturen auf drei, vier Straßen im Bahnhofsviertel konzentrieren. Eine solche Konzentration ist auch für die Geschäfte im Viertel problematisch. Viele Läden im Bahnhofsviertel haben ihre Türen geschlossen. Hier handelt es sich um ein weiteres Lokal, in dem vorher ein Geschäft war und das nun für soziale Dienstleistungen genutzt wird. Soziale Dienstleistungen sind wichtig und es ist auch notwendig, der Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ weitere Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Es ist jedoch zu bedauern, dass ein Geschäft seine Türen geschlossen hat. Die gleiche Problematik stellt sich im Zusammenhang mit dem Projekt „A vos côtés“: Auch die Vereinigung „Inter-Actions“ leistet gute Arbeit, doch auch sie ist in Räumlichkeiten eingezogen, in denen sich zuvor ein Restaurant befand. Es wäre wichtig, dafür zu sorgen, dass sich diese Dienstleistungen dezentralisiert niederlassen. Wir alle wissen, dass die Klienten, welche die Strukturen aufsuchen, nicht alle im Bahnhofsviertel wohnen. Andere Standorte sind ebenfalls mit dem öffentlichen Transport erreichbar. Rat Claude RADOUX (DP): Vorab möchte ich die gute Arbeit der Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ unterstreichen. Ich danke ihr für ihre gute Zusammenarbeit mit der Stadt Luxemburg, die nicht alle Dienste, die von unseren Partnern geleistet werden, mit einer solchen Flexibilität selbst anbieten könnte. Wir alle wissen, dass der Mietpreis in Höhe von 120€ pro Jahr nicht dem reellen Marktwert entspricht. Ich würde vorschlagen, die Buchhaltung so zu führen, dass wir den reellen Wert dessen, was wir den jeweiligen Akteuren zur Verfügung stellen, ins Budget einschreiben, und dass wir im sozialen Teil des Budgets entsprechende Subsidien vorsehen. So würde in diesem Fall deutlich, wie hoch unsere jährliche Unterstützung für die Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ wirklich ist. Diese Vorgehensweise würde die Überwachung der Ausführung des Budgets erleichtern und besser sichtbar machen, was die Stadt im sozialen Bereich leistet. déi gréng haben eine Motion eingereicht, in der sie sich für eine Dezentralisierung der sozialen Angebote auf dem Stadtgebiet aussprechen. Rätin Bock hat dieses Thema ebenfalls angesprochenen. Vergangene Woche fand eine Versammlung mit den Bürgern im Bahnhofsviertel statt. Die Problematik im Bahnhofsviertel entwickelt sich seit zehn Jahren in unterschiedlichen Formen. Es gibt eine hohe Konzentration an Strukturen in den Vierteln Bahnhof und Bonneweg und die Klienten kommen von überall aus dem Land und aus der Großregion. Eine Patentlösung habe auch ich nicht, doch es kann jedenfalls keine Lösung sein, weitere soziale Strukturen in diesen beiden Vierteln zu konzentrieren. Es müssen Lösungen gefunden werden, die eine friedliche Koexistenz der sozialen Strukturen und der Einwohner der Viertel ermöglicht. Eine Dezentralisierung ist erforderlich - und zwar auf nationaler Ebene. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Die Vereinigung „Stëmm vun der Strooss“ hat nach zusätzlichen Räumlichkeiten Ausschau gehalten, da ihre bestehenden Räumlichkeiten in der Rue de la Fonderie voll ausgelastet sind. Die Vereinigung reicht um die 260 Essen pro Tag. Zu den Klienten der Vereinigung zählen Obdachlose, Arbeitslose, Asylbewerber, psychisch kranke Menschen, Drogenabhängige, Menschen, die es nicht einfach im Leben haben. Das

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