395 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 26. SEPTEMBER 2022 VIII. SUBSIDIEN FÜR DIE AIMF Der Gemeinderat ist aufgerufen, dem „Fonds de coopération“ der AIMF (Association internationale des maires et responsables des capitales et métropoles partiellement ou entièrement francophones) Subsidien in Höhe von 25.000 € zur Unterstützung des Projektes „Amélioration du bien-être et de la santé sexuelle et reproductive des jeunes de Kigali au Rwanda“ zu gewähren. Die Gesamtkosten genannten Projektes belaufen sich auf 120.000 €. Die Subsidien für die AIMF werden einstimmig gewährt. IX. ANPASSUNG DES REGLEMENTS ÜBER DIE ZAHLUNG VON VERGÜTUNGEN FÜR DIENSTLEISTUNGEN ZUGUNSTEN DER SCHULEN DER STADT LUXEMBURG Rätin Sylvia CAMARDA (DP): Die uns zugestellten Unterlagen umfassen unter anderem die Ergebnisse einer Befragung der Eltern und des Lehrpersonals über die „études dirigées“. In ihrer Funktion als Schulschöffin, die sich mit Herz und Seele für die Schule in der Stadt Luxemburg einsetzt, möchte ich Frau Mart fragen, wie sie sich erklärt, dass die Mehrzahl der Befragten angegeben haben, mit dem System der „études dirigées“ im Schuljahr 2021-2022 nicht zufrieden gewesen zu sein. Es war die Rede von einer Weigerung, den Schülern zu helfen, von fehlender Ruhe während der „études dirigées“ sowie von chaotischen Klassen. Ich bin sicher, Schöffin Mart hat einen Plan, wie sich diese Situation verbessern lässt, und kann uns diesbezüglich beruhigen. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Mit dem Beschluss des Gemeinderates, die neue Reglementierung gutzuheißen, wird die Hausaufgabenhilfe („études dirigées”), die von qualifiziertem Schulpersonal geleistet wurde, verschwinden. déi Lénk bedauern zutiefst, dass der Schöffenrat dem Druck des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend nachgegeben hat. Das neue Angebot des Ministeriums sehen wir kritisch. Von einer richtigen Hausaufgabenhilfe kann man nicht mehr reden: Es werden nur Räume zur Verfügung gestellt, in denen die Kinder ihre Hausaufgaben erledigen können. Inwieweit die Erzieher der Schulfoyers berechtigt sind, den Kindern bei den Hausaufgaben tatsächlich Hilfestellung zu geben und sie nicht nur zu beaufsichtigen, darüber haben wir bisher nur wenig erfahren. Die „études dirigées“waren ein wichtiges Instrument, um die Chancengleichheit zu fördern. Wir bedauern zutiefst, dass diese nicht mehr in dieser Form angeboten werden können. Wir sind jedoch der Ansicht, dass man auch als Kommune Ambitionen in Bezug auf die Hausaufgabenbetreuung in den Schulfoyers haben kann. Ich würde mir wünschen, dass wir in einer Kommissionsitzung nähere Informationen zu diesem Thema erhalten. Solange das Lehrpersonal Hausaufgaben aufgibt - ob diese Sinn machen oder nicht, sei dahingestellt -, müssen wir als Stadt dafür Sorge tragen, dass die Kinder ihre Hausaufgaben unter den bestmöglichen Bedingungen erledigen können. Bei einer zu hohen Lärmkulisse im Klassensaal oder im Schulfoyer haben die Kinder Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigen sollen. Wenn ein Kind bei einer Übung nicht weiterweiß und nicht die nötige Hilfestellung erhält, lässt die Freude am Arbeiten nach und Frustration stellt sich ein. Ich hoffe, dass wir Gelegenheit erhalten werden, in einer Sitzung der Kinder- und Jugendkommission eine eingehende Diskussion darüber zu führen. Die Zeiten der Betreuung der Schüler vor Schulbeginn wurden angepasst. Eine Betreuung für die Kinder der Schulzyklen 2 bis 4 wird ab 7.30 Uhr gewährleistet. Da die Kinder des Schulzyklus 1 häufig in einem separaten Gebäude untergebracht sind, gibt es Eltern, die ihre Kinder zu zwei verschiedenen Gebäuden bringen müssen. Wäre es nicht sinnvoll, die Zeiten im Sinne einer Vereinfachung für die Eltern anzupassen? Schöffin Colette MART: Rätin Camarda hat kurz zu den Ergebnissen der Umfrage zu den „études dirigées“ Stellung bezogen und dabei aauf verschiedene Schwierigkeiten hingewiesen. Die Probleme stellen sich insofern nun nicht mehr, da es die „études dirigées“ ab Herbst 2022 nicht mehr gibt. Die Debatte über die „études dirigées“ wurde vor einem Jahr geführt. Das Lehrpersonal hatte sich damals dafür ausgesprochen, die „études dirigées“ weiterhin von 11.50 bis 12.30 Uhr anbieten zu können. Dieses System bot die Flexibilität, dass der Unterricht manchmal auch bis 12.30 dauern konnte, wenn die „études dirigées“ beispielweise während des morgendlichen Unterrichts stattfanden. Das Ministerium hat uns mitgeteilt, dass dies nicht mehr möglich sein soll und die Kinder von 12 bis 14 Uhr Mittagspause haben sollen. Das Ministerium hat uns zudem mitgeteilt, dass der „appui pédagogique“, welcher Teil der Arbeit des Lehrpersonals ist, lernschwachen Kindern zugutekommen und nicht zu „études surveillées“ für die ganze Klasse führen sollte. Auch ich teile die Meinung, dass „appui pédagogique“ jenen Kindern zugutekommen soll, die eine Hilfestellung am meisten benötigen. Wir haben uns mit Vertretern des Ministeriums zusammengesetzt und uns erkundigt, was wir als Gemeinde noch tun können bzw. nicht mehr dürfen. Das Bildungsministerium hat entschieden, dass die Hausaufgabenbegleitung künftig vollständig von den Schulfoyers übernommen werden soll. Es ist dies eine klare Botschaft, und die Stadt Luxemburg kann sich dem nicht widersetzen. Die „études dirigées“ haben sicherlich einen Mehrwert für die Kinder dargestellt, doch hat uns das Ministerium eine Hausaufgabenhilfe unter dieser Form nicht mehr genehmigt. Die Abschaffung der „études dirigées“ hat zur Folge, dass in unserem Reglement jener Artikel gestrichen wird, der Angaben zur Entgeltung des Lehrpersonals für die gehaltenen „études dirigées“ enthält. Die Stadt Luxemburg wird die Entwicklung der Hausaufgabenbegleitung in den Schulfoyers genau verfolgen. Bis Ende 2023 werden wir Bilanz ziehen. Hausaufgabenhilfe und Hausaufgabenbegleitung sind ein komplexes Dossier, das wir als Gemeinde nie zu 100 Prozent in den Griff bekommen werden, hängt doch auch sehr viel davon ab, wie viel Unterstützung die Kinder zuhause erhalten. Die Probleme der Chancengleichheit werden wir auch mit einer Hausaufgabenbetreuung, ob in der Schule oder im Schulfoyer, nicht vollständig in den Griff bekommen. Vieles muss an der Basis aufgebaut werden. Kinder müssen Selbstvertrauen aufbauen und auch zuhause ihre Meinung und ihre Anliegen und Wünsche äußern können - ein Ansatz, den wir in den Schulfoyers verfolgen. Es ist wichtig, den schwächeren Kindern zu helfen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. „Appui pédagogique“ wird auch im Schulzyklus 1 (von 11.50 bis12.30 Uhr) angeboten und ist Teil der Arbeit des Lehrpersonals. Das Lehrpersonal ist sich der Wichtigkeit des „appui pédagogique“ bei kleinen Kindern bewusst. Die Kinder des Schulzyklus 1 sind meistens nicht im gleichen Gebäude wie die Schüler der Schulzyklen 2 bis 4 untergebracht. Dies ist nun mal eine Gegebenheit in der Stadt Luxemburg und führt dazu, dass es organisatorisch für die Eltern nicht immer sehr einfach ist. An dieser Situation lässt sich momentan nicht viel ändern. Schulen bauen kann die Stadt Luxemburg nur auf Baugrundstücken, die ihr zur Verfügung stehen.
RkJQdWJsaXNoZXIy NTkwNjU=