VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_02_2022_28_03

114 SITZUNG VOM MONTAG, DEM 28. MÄRZ 2022 Neben der energetischen Sanierung der Gebäude sieht der Umweltaktionsplan den Übergang von fossilen auf erneuerbare Energien als Hauptmaßnahme vor, um den CO2Ausstoß zu reduzieren, so z.B. durch die Installation von Wärmepumpen. Wenn wir den Ausbau des Gasnetzes in Frage stellen, sollte der Schöffenrat den Ball nicht an die Regierung weitergeben. Wir finden es abwegig, dass die Stadt Luxemburg im Rahmen eines Bauprojektes in der Rue de Laroche immer noch die Installation einer Gasheizung vorsieht, obwohl auch Solarzellen auf dem Dach installiert werden. Wir finden es auch erstaunlich, dass aus Rentabilitätsgründen auf die Installation von Solarzellen auf Dächern von kommunalen Gebäuden verzichtet wird, wie z.B. kürzlich beim Projekt für. die Renovierung der Garagen des städtischen Busdienstes. Der Umweltbericht sagt klar und deutlich: « L’énergie solaire a pu être identifiée comme source potentielle de production d’énergie renouvelable... Il est prévu d’intensifier les liens entre le service Energie, le délégué à l’Environnement et la Direction Architecte Bâtiments afin de procéder à une exploitation plus systématique du potentiel solaire sur les toitures des nouvelles constructions communales et à une réévaluation du potentiel sur les bâtiments existants. » 50% der kommunalen Gebäude haben noch keinen Energiepass und viele davon sind noch nicht energiesaniert. Im Umweltbericht wird in diesem Zusammenhang auf eine Stagnation seit 2018 hingewiesen. Im Umweltbericht lesen wir : « La mobilité a un impact prépondérant sur l’environnement de par l’occupation du sol ainsi que par l’émission de bruit, de polluants atmosphériques et de CO2 ». Eine logische Schlussfolgerung daraus sollte sein, dass es den Autoverkehr in der Stadt zu reduzieren gilt, keine zusätzlichen Parkhäuser mehr zu bauen und die „0,8 Parkplätze pro Wohnung“ -Regelung für künftige Teilbebauungspläne abzuschaffen. Der Aussage, dass durch Elektroautos kein Dreck mehr produziert werde, muss widersprochen werden, denn auch die Herstellung von Elektroautos produziert Dreck. Es ist einfach nicht zu verstehen, wieso beim Teilbebauungsplan „Dernier Sol“ weiterhin an einem traditionellen Straßenbau, an Parkplätzen an der Oberfläche und in Tiefgaragen festgehalten wird, wo der Standort doch hervorragend an die Bahn, die Trambahn und das Busnetz angebunden ist. Es freut mich zu hören, dass die Problematik der umweltschädlichen Düngung von Feldern, die von der Stadt Luxemburg an Landwirte verpachtet werden, nun endlich angegangen wird. Auf meine Frage über die Anpassung der Teilbebauungspläne zur Vermeidung zukünftiger Überschwemmungen habe ich eine falsche Antwort erhalten: Es stimmt nicht, dass das Areal des Teilbebauungsplanes „Polfermillen“ praktisch nicht von Überschwemmungen betroffen gewesen wäre. Fotos beweisen das Gegenteil. Auf meine Frage über die Sanierung der Casa-Deponie, die ich am 28. Juli 2021 gestellt hatte, habe ich noch keine Antwort erhalten. Ich stelle demnach fest, dass zwischen den Aussagen des Umweltaktionsplanes und der Umsetzung angekündigter Aktionen Welten liegen. Ich schließe meine Intervention, indem ich mich dem Wunsch, das Team des Umweltbeauftragten unbedingt personell zu stärken, anschließe. Rat Claude RADOUX (DP): Auch ich schließe mich den Worten des Dankes an Herrn Schmitt und seine Mitarbeiter an. Mein Dank geht auch an Rätin Wiseler in ihrer Funktion als Präsidentin der Umweltkommission und an Herrn Goldschmidt als zuständiger Ressortschöffe. Der Umweltbericht wird jedes Jahr besser. Viele Gemeinden können sich ein Vorbild nehmen DE an der breiten Herangehensweise an die verschiedenen Themenbereiche. Wir müssen uns verstärkt dem Problem der Lichtverschmutzung zuwenden, einschließlich der nächtlichen Beleuchtung der auf dem Stadtgebiet angesiedelten Gebäude (Privathäuser, öffentliche Gebäude und Firmengebäude). Die Zahl der Einwohner, aber auch die Zahl der Personen, die auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg arbeiten, wächst. Es wäre wichtig, dass wir den Energieverbrauch auch im Verhältnis zur demographischen Entwicklung der Stadt und zur Zahl der Personen, die auf dem Gebiet der Stadt einer Arbeit nachgehen, tabellarisch erfassen. Dies würde wohl zeigen, dass wir in vielen Bereichen sparsamer sind, als man meinen könnte, und dass wir unsere Ziele in einer Reihe von Punkten bereits erreicht haben. Ziel und Zweck der Schaffung des Postens eines Umweltdelegierten war es nicht, dass Umweltfragen von einer einzigen Person behandelt werden. Vielmehr war es unser Anliegen, dass der Umweltdelegierte die verschiedenen Dienststellen der Stadt Luxemburg in Umweltfragen unterstützt und ermutigt, dass er sie begleitet und Aktionen koordiniert. Umweltfragen sollen in allen Dienststellen auf der Tagesordnung stehen. Die Entscheidungen der Dienststellen in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern sollen sich an den Umweltprinzipien orientieren. An dieser transversalen Herangehensweise sollten wir festhalten. Auch sollte es in allen Aktivitätsberichten der verschiedenen Dienststellen ein Umweltkapitel geben. Im Gegensatz zu Rat Foetz bin ich nicht der Ansicht, dass die Stadt Luxemburg sich auf ein Terrain begeben sollte, wo Kommunen keine rechtliche Kompetenz haben. Ich schlage vor, dass wir im Laufe des kommenden Jahres für verschiedene Themen – Energie wäre eines dieser Themen – eine Tabelle erstellen, aufgeschlüsselt nach nationaler Kompetenz, nach nationalen Vorschriften, nach möglichen Vorschriften, die wir als Stadt darüber hinaus erlassen könnten, bzw. der Fragestellung, in welchen Bereichen wir noch konsequenter auf nationale Vorschriften verweisen könnten. Im Hinblick auf die Einschreibung weiterer Vorgaben in unseren Flächennutzungsplan sollten wir uns vorher die nötige Zeit geben, um diese Vorgaben unter Berücksichtigung nationaler Gesetzgebungen zu definieren und zu formulieren. Spätestens seit Beginn des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, ist klar, dass sich Europa von der unglücklichen Abhängigkeit von russischenEnergielieferungen befreienmuss und wir verstärkt auf erneuerbare Energien setzen müssen. Bei Neubauten können Wärmedämmungsmaßnahmen zum Tragen kommen. Bei bestehenden Bauten lässt sich die Situation schwieriger an und doch müssen wir auch hier handeln und den Bürgern dabei helfen, die Energieeffizienz ihrer Wohnungen zu verbessern. Hier könnte es nützlich sein, wenn sich unsere Dienststellen mit externen Beratern an einen Tisch setzen würden, um entsprechende Vorschläge für eine strukturierte Vorgehensweise auszuarbeiten. Politische Polemik ist hier fehl am Platz. Gemeinsames Ziel muss es sein, auf eine vernünftige Art und Weise Energieeffizienz zu erreichen. Der Weg dorthin sollte auch für den Bürger noch bezahlbar sein, da die Stadt Luxemburg nicht für alle Bürger die Kosten einer energetischen Sanierung tragen kann. Schöffe Patrick GOLDSCHMIDT: Der uns vorliegende Bericht zählt 193 Seiten. Zum Verfassen dieses Berichtes sind der Umweltdelegierte und sein Team sowohl auf die Mitarbeit der Dienststellen als auch auf externe Stellen (z.B. Creos) angewiesen. Den Worten des Dankes, die an Herrn Schmitt und sein Team gerichtet wurden, kann ich mich nur anschließen. Sie leisten gute Arbeit und von Jahr zu Jahr wird der Bericht detaillierter und besser. Der Bericht hat Vorbildcharakter.

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