VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_02_2022_22_04

140 DE SITZUNG VOM FREITAG, DEM 22. APRIL 2022 déi gréng sind grundsätzlich der Ansicht, dass Kinderbetreuungsstrukturen in den Aufgabenbereich der Stadt gehören. Die Stadt Luxemburg betreibt derzeit lediglich 6 Kinderkrippen mit einer Aufnahmekapazität von 416 Kindern. Die Umbauarbeiten der Kinderkrippe in der Rue Marchal sind nicht wie geplant vorangekommen. Es hat mich daher gefreut zu lesen, dass die Eröffnung dieser Einrichtung nun für Oktober 2022 geplant ist. Die Kinderkrippe in der Rue Pierre d’Aspelt wird frühestens 2025 ihre Türen öffnen. Sollten wir nicht versuchen, das Projekt schneller umzusetzen? Wie viele Kinder sind derzeit auf der Warteliste für die Kinderkrippe Rue Pierre d’Aspelt eingeschrieben? Im Rahmen der Budgetdiskussionen war die Rede davon, eine weitere Kinderkrippe in Beggen oder Dommeldingen zu schaffen. Gibt es dazu neue Informationen? déi gréng werden vorliegendes Projekt mittragen. Wir fordern den Schöffenrat auf, weitere Kinderkrippen zu planen, wobei in Neubauten statt in die Renovierung bestehender Gebäude investiert werden sollte, da ein Neubau die Anpassung an die Bedürfnisse einer Kinderkrippe erleichtert. Rätin Cathy FAYOT (LSAP): Die Zahl der Betreuungsplätze in den Kinderkrippen der Stadt Luxemburg reicht nicht aus, um der Nachfrage gerecht zu werden. Das Gebäude in der Rue Marchal, wo eine Kinderkrippe funktionierte, steht seit acht Jahren leer. Leerstände haben ebenfalls ihren Kostenpunkt. Wie hoch lassen sich die Kosten für einen achtjährigen Leerstand beziffern? Nicht gut finde ich, dass vom Einbau einer Heizung in den Raum für Kinderwagen abgesehen wird. In der Kinderkrippe werden Kinder im Alter von 0 bis 4 Jahren betreut, weshalb es einen Raum für Kinderwagen braucht. Ich würde es begrüßen, wenn hier Isolierungsarbeiten vorgenommen werden könnten und eine Heizung installiert werden könnte, damit die Kleinkinder nicht frieren müssen. Unsere Fraktion wird vorliegendes Projekt mittragen. Der Kostenpunkt ist hoch, doch so sind nun einmal die Marktpreise. Es bleibt zu hoffen, dass die Arbeiten schnell vorankommen und die veranschlagten Kosten nicht überschritten werden. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Mit der Krippe Rue Pierre d’Aspelt werden sechs Kinderkrippen in kommunaler Hand sein. déi Lénk fordern eine städtische Kinderkrippe für jedes Stadtviertel. Es fehlen demnach 17 Kinderkrippen. Sicherlich eine ambitiöse Herausforderung, doch wissen wir alle, dass die Nachfrage nach Krippenbetreuungsplätzen hoch ist. Im Mehrjahresplan ist kein Projekt für die Einrichtung einer weiteren Kinderkrippe vorgesehen. Ist dem noch immer so oder gibt es neue Pläne? Einen Altbau an die Bedürfnisse einer Kinderkrippe anzupassen ist gewiss nicht einfach. Es gilt Kompromisse zu finden und Kreativität an den Tag zu legen. Das Konzept einer Kinderkrippe muss heute wesentlich mehr architektonische Details beinhalten als noch vor zehn oder 20 Jahren. Selbst wenn der Raum für Kinderwagen sich nicht im Gebäude befindet, verhindert dies nicht, dass man im Winter den Kinderwagen kurz mit ins Gebäude nimmt, um das Kind dort in den Kinderwagen zu setzen. Das Problem, dass sich das Lokal außerhalb des Hauses befindet, würde ich als Luxusproblem bezeichnen. Es ist erfreulich festzustellen, dass vor dem Gebäude Stellplätze für Fahrräder vorgesehen sind. Wird das Personal mit dem Auto im Hof parken dürfen? Zu begrüßen ist auch die Einrichtung eines Elternraumes. Meinen Informationen zufolge soll der Raum in einer Eingewöhnungsphase genutzt werden können, damit sich das Kind im Beisein seiner Eltern an die neue Umgebung gewöhnen kann. Der Raum kann darüber hinaus von stillenden Müttern genutzt werden. Hier sollte Sorge getragen werden, dass die nötige Intimität für Mutter und Kind nicht durch zu viel Hin und Her gestört wird. Werden Mütter, die den Stillurlaub beantragt haben, in die Kinderkrippe kommen können, um ihr Kind zu stillen, um dann wieder zurück an den Arbeitsplatz zu gehen? Die Kinderkrippe Place du Théâtre hat ihre Türen geschlossen. Hier wurde auch eine „Garderie“ angeboten. Kann eine sporadische Betreuung angeboten werden? déi Lénk bedauern, dass bei der Einrichtung von neuen Kinderkrippen oder Foyers keine Küchen für die Zubereitung der Mahlzeiten mehr vorgesehen werden. Eine Küche, in der Mahlzeiten vor Ort zubereitet werden, schafft Verbindung und ermöglicht die Durchführung pädagogischer Projekte rund um die Themen Ernährung und Gesundheit. Auf verschiedene Fragen haben wir in der Kommission keine Antworten erhalten. Was bleibt von der Villa erhalten, und was nicht? Welche Energieklasse wird durch die Renovierungsarbeiten erreicht, wohlwissend, dass bei einem bestehenden Gebäude eine Energieklasse A nicht erreicht werden kann? Welche Materialien werden für die Wärmedämmung genutzt? Es fehlt eine Liste der verschiedenen Materialien, die im Rahmen der Renovierungsarbeiten genutzt werden. Ich würde es begrüßen, wenn eine solche Liste künftig systematisch erstellt und dem Dossier beigelegt werden könnte. Rat Roy REDING (ADR): Ich möchte kurz zu der unsäglichen Rampe, die geplant ist, Stellung beziehen. Ein als nationales Denkmal eingestuftes Gebäude wird durch diese Rampe verschandelt. Sicherlich, über Geschmack lässt sich streiten, doch jeder normale Mensch wird sagen, dass die Rampe das Gebäude verschandeln wird. Es stellt sich die Frage, ob nicht eine andere Lösung, eine billigere Lösung möglich gewesen wäre. In der Kommission wurde darauf hingewiesen, dass man die Rampe so geplant habe, um die alte Linde erhalten zu können. In der Stadt Luxemburg werden so viele Bäume der Umsetzung von Projekten geopfert, dass man auch hier auf eine alte Linde hätte verzichten und hunderttausende Euro einsparen können, anstatt eine denkmalgeschützte Villa zu verschandeln. Ich werde das Projekt nichtsdestotrotz mittragen. Bürgermeisterin Lydie POLFER: Es ist das Los der Stadt Luxemburg, dass es bei jedem Projekt auf vieles zu achten gilt. Zusammen mit unseren Dienststellen versuchen wir den meisten Bedürfnissen so gut wie möglich Rechnung zu tragen. Bei dem erwähnten Baum handelt es sich um eine alte und gesunde Linde, die wir erhalten wollen. Es stimmt, dass die Rampe groß ausfällt, wobei die vorgeschriebenen Normen jedoch respektiert werden. In Gesprächen mit den Architekten habe ich mich für eine architektonisch gefälligere SicherheitsWendeltreppe eingesetzt. Mir wurde jedoch mitgeteilt, dass dies nicht möglich sei, da sonst die Sicherheitsnormen nicht eingehalten würden. Das Gebäude am Place du Théâtre, in dem die Krippe vorher untergebracht war, entsprach nicht mehr den Bestimmungen für den Betrieb einer Kinderkrippe. Das Gebäude in der Rue Pierre d’Aspelt ist ein schönes Gebäude, das zudem in unmittelbarer Nähe des Parks und damit ruhig gelegen ist. Die Architekten haben sich sehr viel Mühe gegeben, das Gebäude so gut wie möglich an die heutigen Bedürfnisse anzupassen. Auch ich kann nur hoffen, dass das veranschlagte Budget nicht überschritten wird, dies vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Lage (Lieferengpässe, Teuerungen). Erst wenn die Ausschreibung erfolgt ist, werden wir mehr wissen. Was die Schaffung von Kinderkrippen betrifft, wurden seit der Vorstellung des Mehrjahresplanes keine neuen Projekte geplant. Wir wollen jedoch weitere Kinderkrippen schaffen,

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