VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_02_2022_22_04

150 DE SITZUNG VOM FREITAG, DEM 22. APRIL 2022 2) Neuordnung von Bauland Der Gemeinderat ist aufgerufen, folgende Anträge zur Neuordnung von Grundstücken gutzuheißen: –– 22-24, Raspert: Aufteilung der Parzellen 4/2722 und 4/2721 zwecks Schaffung eines Bauplatzes auf dem ein Neubau entstehen kann und zwecks Verschiebung der Katastergrenze, um einen breiteren Zugang zum bestehenden Gebäude gelegen 22, Raspert zu ermöglichen; –– 23, Rue du Château: Teilung der Parzelle 159/3222 zwecks Schaffung eines Loses, das an die Stadt Luxemburg abgetreten werden soll, eines Loses, das als Bauplatz gilt, sowie von zwei anderen Losen. Die Anträge zur Neuordnung von Bauland werden einstimmig gutgeheißen. III. FORSTBEWIRTSCHAFTUNGSPLAN DER STADT LUXEMBURG FÜR DAS RECHNUNGSJAHR 2022 Der Gemeinderat ist aufgerufen, dem kommunalen Forstbewirtschaftungsplan für das Rechnungsjahr 2022 zuzustimmen. Für das Forstrevier Luxemburg-Hamm (383 Hektar) werden die Ausgaben mit 281.400 € (nachhaltige Bewirtschaftung: 125.600 €, Naturschutz: 59.800 €, Sensibilisierung: 30.000 €, Schutz der Jagdressourcen: 11.000 €, Überwachung und Polizei: 3.000 €, Logistik und Personal: 52.000 €) und die Einnahmen mit 61.310 € veranschlagt. Der Bewirtschaftungsplan sieht ein Nutzvolumen an Scheitholz von 50 Kubikmeter, sowie eine Pressholzmenge von 1.545 Kubikmeter vor, davon 805 Kubikmeter von Buchen, 240 Kubikmeter von Eichen, 300 Kubikmeter von anderen Arten und 200 Kubikmeter von Fichten. Für das Forstrevier Luxemburg-Baumbusch (710 Hektar) werden die Ausgaben mit 518.200 € (nachhaltige Bewirtschaftung: 101.400 €, Naturschutz: 67.800 €, Sensibilisierung: 70.000 €, Schutz der Jagdressourcen: 62.000 €, Überwachung und Polizei: 2.000 €, Logistik und Personal: 215.000 €) und die Einnahmen mit 130.170 € veranschlagt. Der Bewirtschaftungsplan sieht eine Pressholzmenge von 2.830 Kubikmeter vor, davon 1.140 Kubikmeter von Buchen, 100 Kubikmeter von Eichen, 100 Kubikmeter von anderen Arten, 140 Kubikmeter von Kiefern und 1.350 Kubikmeter von Fichten. Total Ausgaben: 799.600 € Total Einnahmen: 191.480 €. Rätin Héloïse BOCK (DP): Wir können stolz sein, in der Stadt Luxemburg über so viel Waldfläche zu verfügen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um nähere Informationen über die Kriterien zur Baumfällung zu erhalten. Werden Bäume nur gefällt, weil sie krank sind oder erfolgen Baumfällungen auch im Rahmen einer ökologisch gesunden Forstwirtschaft? Gibt es Baumfällungen, die ausschließlich aus kommerziellen Zwecken durchgeführt werden? Stimmt es, dass das Ministerium den Bau eines asphaltierten Radweges durch den Baumbusch plant? Welche Maßnahmen werden ergriffen, um den Erhalt der „wilderen“ Teile des Waldes zu gewährleisten? Es führen immer mehr Wege durch den Wald, die so angelegt sind, dass auch Forstfahrzeuge Zugang haben. Wird versucht, die Zahl solcher Wege so gering wie möglich zu halten? Verfügt die Stadt über ein Konzept zur Schaffung von urbanen, schnellwachsenden Mini-Wäldern? Dieses aus Japan stammende Konzept findet z.B. in Paris Anwendung. Solche urbanen Mini-Wälder tragen dazu bei, die Biodiversität zu erhöhen, die Luft zu verbessern und das Wohlbefinden der Bürger zu verbessern. In der Avenue Marie-Thérèse, wo der Weg hinab ins Petrusstal führt, befindet sich eine große Wiese ohne Bäume. Warum pflanzen wir dort keine Bäume an? Auf dem Territorium der Stadt Luxemburg ließen sich sicherlich noch weitere Standorte finden, um solche Mini-Wälder anzulegen. Verfügt die Stadt Luxemburg über ein Listing von geeigneten Standorten? Hat sich der Schöffenrat bereits mit dem von mir eingebrachten Vorschlag befasst, den Haushalten der Stadt Luxemburg einen Baum zu schenken, den sie in ihrem Garten oder an einem von der zuständigen Dienststelle zugewiesenem Standort pflanzen können? Rätin Linda GAASCH (déi gréng): Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen. Der Gesundheitszustand unserer Wälder ist nicht gut. Die Temperaturanstiege machen, dass unsere Bäume anfälliger für Krankheiten werden. Auch wenn Bäume noch gesund aussehen, bedeutet dies nicht, dass sie nicht bereits im Innern von einer Krankheit befallen sind - was dazu führt, dass wir uns nicht bewusst sind, wie vielen Bäume es schlecht geht. Ich meine, dass es sinnvoll wäre, die Bürger noch mehr über den Gesundheitszustand unserer Wälder zu informieren. Unsere Wälder an den Klimawandel anzupassen stellt eine große Herausforderung dar. Durch die Beimischung von anderen Baumarten sollen unsere Wälder klimaresilienter gemacht werden. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach den Folgen für das Ökosystem. Es besteht die Gefahr, dass invasive Pflanzen- und Insektenarten sich verbreiten. Durch die heißeren Sommer hat sich der Eichenprozessionsspinner stärker vermehrt. Wir haben auch das Problem, dass im Wald Abfall deponiert wird. Es ist der Mensch, der im Wald den meisten Dreck hinterlässt. Auch dieses Problem gilt es in den Griff zu bekommen. Der Wald ist in ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen und Energie tanken kann. Bei der Vorstellung des Forstbewirtschaftungsplanes wurde auch dieser Aspekt beleuchtet und es werden sich Gedanken gemacht, wie man Bürgerinnen und Bürgern, die nicht so oft in den Wald gehen, den Wald als Wohlfühlort näherbringen kann. In der Umweltwissenschaft meint der Begriff „Resilienz“ die Fähigkeit von Ökosystemen, nach Stresssituationen wieder in den ursprünglichen Zustand zurückzufinden. Alles deutet darauf hin, dass unser Ökosystem nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand wird zurückfinden können, was Folgen für Mensch, Fauna und Flora haben wird. déi gréng haben sich wiederholt für eine stärkere Begrünung auch des urbanen Raumes und für eine Anpassung an den Klimawandel eingesetzt. Mit dem Anpflanzen von MiniWäldern könnten wir Gutes für das Klima und für die Stadt und ihre Einwohner tun. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Am 21. März wurde der internationale Tag des Waldes begangen. 30 Prozent unserer Bäume sind gesund, 70 Prozent sind krank. Wir sollten uns langsam aber sicher damit abfinden, dass Kiefern in unseren Wäldern der Vergangenheit angehören. Sie sind ursprünglich keine heimischen Arten. Sie wurden in unseren Regionen angepflanzt, weil sie schnell wachsen und demnach auch einen schnellen wirtschaftlichen Ertrag bringen. Vor 50 oder 60 Jahren wurden keine Überlegungen im Sinne des Nutzens des Waldes für die Gesundheit und das Wohlempfinden der

RkJQdWJsaXNoZXIy NTkwNjU=