VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_02_2022_22_04

144 DE SITZUNG VOM FREITAG, DEM 22. APRIL 2022 Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Die Lösungen, welche die Architekten gefunden haben, um der Hanglage Rechnung zu tragen und den Bau von 5 Einfamilienhäusern und einer Wohnresidenz zu ermöglichen, sind zu begrüßen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. déi Lénk können an den kastenförmigen Bauten, die überall auftauchen, nicht so recht Gefallen finden. Warum tragen die Architekten dem historisch gewachsenen architektonischen Charakter von Stadtteilen nicht mehr Rechnung? Warum werden zehn Jahre bis zur Fertigstellung von 8 Wohneinheiten benötigt? Eine Umsetzung der Projekte sollte doch innerhalb von fünf Jahren möglich sein. Kann der Schöffenrat die Information bestätigen, dass die acht Wohneinheiten vermietet werden? Es wird sich um Sozialwohnungen handeln. déi Lénk fordern, dass solche Informationen vorab, d.h. bevor Projekte im Gemeinderat zur Abstimmung gebracht werden, bekannt sein sollen. Sowohl bei den Einfamilienhäusern und als auch bei der Wohnresidenz wird die Energieeffizienzklasse B erreicht. Der Umweltbericht hat aufgezeigt, dass die Wärmedämmung von Gebäuden eine große Herausforderung darstellt. Sicherlich gilt es zwischen Altbauten und Neubauten zu unterschieden. In der Rue de Laroche entstehen Neubauten. Wieso wurde nicht die Energieeffizienzklasse A anvisiert? Das Argument, eine Nachbesserung im Sinne eines Umstieges von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe würde zusätzliche Kosten generieren, können wir nicht gelten lassen. Die Kosten für eine Wärmepumpe sind nach acht Jahren amortisiert. Rätin Brömmel hat zurecht darauf hingewiesen, dass nicht die Gemeinde, sondern die künftigen Bewohner die Leidtragenden sein werden, da sie die hohen Gaskosten zahlen müssen. Die Hybridbauweise (Beton und Holz) ist zu begrüßen. Noch nachhaltiger wäre es, wenn das verwendete Holz aus Luxemburger Wäldern käme. Könnte man, um eine Herkunft des Holzes aus luxemburgischen Wäldern zu garantieren, eine solche Auflage ins Lastenheft einschreiben? Steinwolle und Glaswolle sind keine recyclierbaren Wärmedämmungsmaterialien. Zur Wärmedämmung könnte auf umweltfreundliche Materialen, wie z.B. auf Hanf zurückgegriffen werden. déi Lénk werden ihr Votum von den Antworten und Erklärungen des Schöffenrates abhängig machen. Bürgermeisterin Lydie POLFER: Die vorliegenden Projekte schreiben sich ein in den Willen des Schöffenrates, den Wohnungsbau zu fördern. Die Einfamilienhäuser werden zu einem erschwinglichen Preis und die drei Apartments als Sozialwohnungen vermietet. Würden wir Nachbesserungen im Sinne einer Umrüstung auf Wärmepumpen vornehmen, hätte dies die Ausarbeitung eines neuen Projektes zur Folge und die acht Wohneinheiten wären 2024 nicht bezugsfertig. Wenn Gemeinderäte Informationen bei ihnen bekannten Architekten einholen, liegt es auf der Hand, dass diese dieses oder jenes anders gemacht hätten. Die Fassaden der Gebäude sind nach Süden ausgerichtet, sodass viel Licht reinkommt. Die vorliegenden Projekte wurden von einem Architektenbüro ausgearbeitet, mit dem wir gute Erfahrungen gemacht haben. Ich habe volles Vertrauen in die Architekten, dass sie sich alle erdenkliche Mühe gegeben haben, die Häuser auch in Bezug auf die Lichtverhältnisse so gut wie möglich zu planen. Schöffe Maurice BAUER: Ich sehe keinen Grund, das Projekt aufzuschieben. Bürgermeisterin Polfer hat unterstrichen, dass wir mit künftigen Projekten in die richtige Richtung gehen. Wir sollten hier und jetzt an jene Familien denken, die in zwei Jahren in die Wohnungen ziehen wollen, weshalb ich mich über eine möglichst breite Zustimmung für beide Projekte freuen würde. Rätin Christa BRÖMMEL (déi gréng): Wir sind nicht gegen das Wohnungsbauprojekt an sich, allerdings sehen wir es als verpasste Chance, nicht auf erneuerbare Heizenergie umzusteigen. Auch wir wissen, dass es hierfür Anpassungen bedarf und es Arbeit für die Architekten unserer Dienststelle bedeutet. In unseren Augen ist es inkohärent, den künftigen Bewohnern die Bürde von höheren Energiekosten aufzuerlegen. Zu diesem Zeitpunkt wäre es noch möglich, nachzubessern. Ist der Schöffenrat nicht bereit, diesen Weg zu gehen? Bürgermeisterin Lydie POLFER: Die Entscheidung, die es zu treffen gilt, ist folgende: Wollen wir, ja oder nein, dass die acht Wohnungen in zwei Jahren bezugsfertig sind? Sollen die Wohnungen in zwei Jahren bezugsfertig sein, müssen die Projekte wie vorgesehen umgesetzt werden. Sollen Anpassungen vorgenommen werden, werden anderthalb Jahre vergehen, bis neue Pläne vorliegen. Unser Wunsch ist es, dass die Wohnungen so schnell wie möglich gebaut werden können. Das definitive Projekt betr. den Bau von 5 Einfamilienhäusern und das definitive Projekt betr. den Bau einer Wohnresidenz mit 3 Sozialwohnungen in der Rue de Laroche werden mit den Gegenstimmen von déi gréng und bei Enthaltung von déi Lénk und LSAP gutgeheißen. Die von déi gréng eingereichte Motion wird zur vertiefenden Diskussion an die zuständige beratende Kommission weitergeleitet. 5) Umgestaltung der Rue Jean-Baptiste Gellé Der Gemeinderat ist aufgerufen, einem Kostenvoranschlag in Höhe von 2.012.500 € für die Umgestaltung der Rue Jean-Baptiste Gellé zuzustimmen. Das Projekt sieht eine Erneue-rung und Verstärkung der Infrastrukturen einschließlich einer Neugestaltung der Oberfläche vor. Dienststellen der Stadt Luxemburg Straßenbauamt –– Erneuerung des Straßenbelags; –– Gestaltung der Oberfläche der Fahrbahn in beiger Farbe –– Bürgersteig zu beiden Straßenseiten (Breite 1,90 – 10,75 m); –– Betonsitzbänke im Bereich des Kinderspielplatzes; –– Materialisierung des Parkstreifens (Kopfsteinpflaster 20/10/8; Farbe: Luxemburger Sandstein); –– Fahrbahn (Gegenverkehr, Breite 5,50 m); –– Einrichtung von fünf Fußgängerüberwegen (angepasst an die Bedürfnisse von Personen mit eingeschränkter Mobilität); –– Einrichtung einer Bushaltestelle; –– Einrichtung eines Parkplatzes für Personen mit eingeschränkter Mobilität; –– Installation von Fahrradständern.

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