VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_01_2022_31_01

9 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 31. JANUAR 2022 Mit der Fertigstellung des „Lycée Kuebebierg“ wird frühestens 2028 gerechnet. Bis dahin werden noch sechs Jahre vergehen und die Planungen für die künftige Nutzung des jetzigen Standortes des Lyzeums Michel Lucius auf Limpertsberg sind noch nicht soweit gediehen, dass mit Informationen gedient werden könnte. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Sind die für die Außensportanlagen benötigten Flächen in den 33,11% enthalten? Bürgermeisterin Lydie POLFER: Nein. Die Außensportanlagen sind Teil des Schulkomplexes. Der Teilbebauungsplan NQ „Lycée Kuebebierg“ wird einstimmig gutgeheißen. 3) Einstufung des Gebäudes Nr. 11, Montée de Clausen als nationales Denkmal Das Kulturministerium schlägt vor, das Gebäude Nr. 11, Montée de Clausen aufgrund seines historischen, architektonischen und ästhetischen Interesses als nationales Denkmal einzustufen. Das Gebäude stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und weist zahlreiche charakteristische Elemente seiner Entstehungszeit auf, dies sowohl innen als auch außen. Im Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg liegt das Gebäude in einer „zone d’habitation 1[HAB-1]“ und zum Teil in einer „zone de jardins familiaux [JAR-jf]“, überlagert von einer Zone „secteur protégé d’intérêt communal ‘environnement construit’ “. Diese Zone ist mit einem Teilbebauungsplan ‘quartier existant’„secteur protégé de Clausen [SPR-cl]“ belegt. Im graphischen Teil des Teilbebauungsplanes QE [SPR-cl] ist das Gebäude mit einem Sternchen gekennzeichnet, wodurch es auf kommunaler Ebene höchsten Schutz genießt. Das Gebäude liegt zudem in der Pufferzone des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Urbanismusdienst schließt sich der Expertise des Kulturministeriums an. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Bei diesem Gebäude handelt es sich um eine Villa mit eklektischen Stilelementen, d.h. dass es sich um einen Stil-Mix handelt. Die Villa steht stellvertretend für viele andere Gebäude, die von ihren Besitzern vernachlässigt werden, was zur Folge hat, dass architektonische Zeitzeugen verfallen. Ob dies gewollt ist oder nicht, darüber lässt sich nur spekulieren. In diesem Zusammenhang wären z.B. ein Gebäude in der Rue de Longwy, das Pfarrhaus in Hollerich und das „Wichtelcherhaus“ zu nennen. Durch die Einstufung eines Gebäudes als nationales Denkmal kann der Staat den Besitzer des Gebäudes zwingen, die notwendigen Arbeiten daran vorzunehmen. Der Stadt Luxemburg ist es weder gelungen, den Bestand an leerstehenden Wohnungen zu ermitteln, noch eine Strafgebühr auf leerstehenden Wohnungen einzuführen. Ziel muss es sein, mutwillige Vernachlässigungen zu verhindern. Kann die Stadt Luxemburg nicht eine proaktivere Strategie einschlagen, damit alle schützenswerten Gebäude auf dem Territorium der Hauptstadt als nationale Denkmäler eingestuft werden? 400 Gebäude müssen noch geschützt werden. Bürgermeisterin Lydie POLFER: Dieses Gebäude ist ja bereits durch den Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg geschützt – wie rund 6.200 weitere Gebäude, die in einem „secteur protégé“ liegen oder zu einem „ensemble sensible“ gehören. Ich weiß nicht, woher Rätin Correia Da Veiga die Zahl von 400 Gebäuden hat. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Diese Angabe habe ich auf der Internetseite des nationalen Denkmalschutzamtes gefunden. Bürgermeisterin Lydie POLFER: Dann soll es uns diese Liste schicken! Die Stadt Luxemburg fordert seit langem, dass das Ministerium keine Einstufungen von Fall zu Fall vornimmt. Bekanntlich muss der Staat hohe finanzielle Beihilfen für die Renovierung eines Gebäudes, das als nationales Denkmal eingestuft ist, zahlen. Das Gebäude Nr. 11, Montée de Clausen, ist bereits durch den Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg vor einem Abriss geschützt. Es hätte also in diesem Sinne nichts passieren können. Rätin Correia Da Veiga meinte, dass es der Stadt nicht gelungen sei, ein Inventar der leerstehenden Wohnungen zu erstellen. In einer Unterredung, die wir vergangene Woche mit dem Wohnungsbauminister hatten, wurde uns mitgeteilt, dass die Regierung dabei sei, zu prüfen, wie sich ein solcher Leerstand bestimmen ließe. Es ist nämlich schwierig zu definieren, wann eine Wohnung als leerstehend angesehen werden kann - und wie sich herausfinden lässt, ob eine Wohnung leer steht, denn der Schutz personenbezogener Daten verhindert Nachprüfungen. Man wähnt sich in Schilda. Wir können nur hoffen, dass es gelingen wird, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der es uns ermöglichen wird, leerstehende Wohnungen auszumachen. Der Gemeinderat erteilt einstimmig ein positives Gutachten. 4) Einstufung der modernistischen Fassade des Gebäudes Nr. 186, Route de Thionville als nationales Denkmal Das Kulturministerium schlägt vor, die modernistische Fassade des Gebäudes Nr. 186, Route de Thionville, mit ihrem Keramikdekor, dem Flachdach, den Säulen, dem Vorsprung mit Löchern sowie den Mauerabschnitten, welche den Winkel bilden, als nationales Denkmal einzustufen. In diesem Gebäude befindet sich ein Autohaus. Im Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg ist die betroffene Parzelle in einer „zone mixte urbaine [MIX-u]“, und zum Teil überlagert von einer Zone „secteur protégé d’intérêt communal ‘environnement construit’ “, gelegen. Dieser überlagerte Teil ist mit einem Teilbebauungsplan ‘quartier existant’„secteur protégé des ensembles sensibles [SPR-es]“ belegt. Der andere Teil der Parzelle ist mit einem Teilbebauungsplan QE [MIX-u•f] belegt. Laut Kulturministerium besticht die skulptierte Fassade durch ihre Geometrie und ihre modernistischen Elemente aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Der kommunale Urbanismusdienst schließt sich der Expertise des Kulturministeriums an, dass die Fassade dieses Werkes des Architekten Weber von historischem, architektonischem und ästhetischem Interesse ist. Bürgermeisterin Lydie POLFER: Auch dieses Bauwerk ist bereits durch den Flächennutzungsplan der Stadt Luxemburg geschützt, und der Schöffenrat sowie die Mitglieder der beratenden Kommission sind mit dem Vorschlag des Kulturministeriums einverstanden. Rat Tom KRIEPS (LSAP): Dieses Beispiel zeigt, dass es sich bei einer Einstufung als nationales Denkmal nicht immer um ein sehr altes Haus handeln muss. Dieses Gebäude, in dem Autohaus untergebracht ist, ist ein architektonischer Zeuge seiner Zeit. Vielleicht werden wir eines Tages nicht mehr mit dem Auto fahren, und dann wird dieses Gebäude an

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