VDL_RAPPORT_ANALYTIQUE_01_2022_31_01

7 DE SITZUNG VOM MONTAG, DEM 31. JANUAR 2022 mindestens 50% (2.000 Quadratmeter) der Fläche für den Bau von Wohnungen vorzubehalten sind. Es sind aber auch 1.670 Quadratmeter für Büros vorgesehen. Der Anteil an erschwinglichen Wohnungen („à coût modéré“) wird bei 10% der für Wohnungen zur Verfügung stehenden Fläche liegen. Wird die Stadt Luxemburg diese Wohnungen erwerben, wie sie es bei anderen Teilbebauungsplänen getan hat? Eine Fläche von ungefähr 280 Quadratmetern, welche in etwa 14% der Bruttofläche des Teilbebauungsplanes NQ entspricht, wird unentgeltlich an die Stadt abgetreten. Der Prozentsatz, der an die öffentliche Hand abzutreten ist, kann jedoch bei bis zu 25% liegen, und im Kommissionsbericht lesen wir, dass der Schöffenrat sowohl auf die restlichen 11% als auch auf finanzielle Kompensationen verzichtet. Bürgermeisterin Polfer hatte im Rahmen einer Diskussion betont, dass sie nicht möchte, dass die Stadt Luxemburg dazu beiträgt, die Wohnungspreise in die Höhe zu treiben. déi Lénk glauben nicht an die Gutmütigkeit des privaten Wohnungsmarktes. Sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, dass ein privater Promotor sich beim Ausrechnen der verschiedenen Wohnungspreise daran erinnern wird, dass die Stadt Luxemburg auf Kompensationen verzichtet hat, und daraufhin die Preise der Apartments um 11% senken wird? Sobald der Gemeinderat dem Teilbebauungsplan zugestimmt hat, kann er keinen Einfluss mehr auf die Wohnungspreise nehmen. Was genau begreifen die 14% der Bruttofläche des Teilbebauungsplanes, die unentgeltlich an die Stadt abgetreten werden? Der Teilbebauungsplan sieht weder einen Spielplatz, noch Begegnungs- oder Ruheplätze vor. Es wird auch keine direkte Verbindung von der Rue Aristides de Sousa Mendes zur Route de Thionville geschaffen, die es den Einwohnern erlauben würde, auf kürzestem Wege zur Trambahn zu gelangen. Genauso wenig wird eine Verbindung zum Stadtteil Hollerich bzw. zum „Millewee“ geschaffen. Die Angaben des Teilbebauungsplanes über die Anzahl der geplanten Wohnungen sind unpräzise. Dabei macht es einen großen Unterschied, ob 20 oder 39 Wohnungen auf den fast 20 Ar entstehen werden, denn doppelt so viele Wohnungen bedeuten doppelt so viele Parkplätze und doppelt so viel Verkehr. Auch wir bedauern den zurückbehaltenen Parkraumschlüssel. Im Teilbebauungsplan „Lycée Kuebebierg“ wird mit dem guten Beispiel vorangegangen: Aufgrund der guten Anbindung an den öffentlichen Transport wird dort auf die Schaffung von Parkplätzen verzichtet. Im Gutachten der „Cellule d’évaluation“ wird für den Teilbebauungsplan „Dernier Sol“ ein Parkraumschlüssel von 0,8 Parkplatz pro Apartment vorgeschlagen. Diesem Vorschlag wird nicht Rechnung getragen. Auch ist fraglich, ob ein Fahrradstellplatz pro Apartment reichen wird, da im Durchschnitt jeder Bürger zwei Fahrräder besitzt - eines für den Alltag und eines für die Freizeit. Wird das Regenrückhaltebecken vom Privatbesitzer verwaltet werden? Wer wird die Unterhaltskosten tragen? Handelt es sich dabei um ein Rückhaltebecken für den ganzen Standort? Bürgermeisterin Lydie POLFER: Ich stelle fest, dass die meisten Kritiken sich auf das Parken beziehen. Laut Flächennutzungsplan hätte ein Parkraumschlüssel von 1,2 Parkplatz pro Apartment angewandt werden können. Der minimale Schlüssel wäre 0,8 Parkplatz pro Wohnung gewesen. Zurückbehalten wurde ein Parkplatz pro Wohnung. Die meisten Familien haben nach wie vor ein Auto. Auch die Anwohner der Rue Vannérus unterstreichen in ihrem Schreiben an den Schöffenrat, dass die meisten Familien nach wie ein Auto benötigen, um einkaufen zu fahren oder die Kinder zu Freizeitaktivitäten zu fahren. Dies entspricht den Gegebenheiten - was natürlich nicht verhindert, dass man kurze Wege auch mit dem Fahrrad zurücklegen kann. Es verhindert ebenfalls nichts, auf einem Parkplatz in einer Garage auch Fahrräder abzustellen. Derzeit befinden wir uns im Stadium eines Teilbebauungsplanes. Fest steht jedoch, dass mindestens 50% (2.000 qm) der Fläche dem Bau von Wohnungen vorzubehalten sind. Die Entscheidung, wie diese Fläche aufgeteilt wird, d.h. ob größere oder kleinere Wohnungen oder ein Mix entstehen wird, liegt beim Promotor. Je nach Aufteilung können es zwischen 20 und 39 Wohnungen werden. Wie viele es werden, erfahren wir, wenn ein konkretes Bauprojekt vorliegt. Was die von Rätin Correia angesprochene Verbindung zur Route de Thonville betrifft, muss der heute vorliegende Teilbebauungsplan zusammen mit einem bereits 2019 gutgeheißenen Teilbebauungsplan betrachten werden. Die Straßenführung der Route de Thionville wird abgeändert, um Durchgangsverkehr durch das Wohnviertel zu vermeiden. Sowohl die Besitzer der Grundstücke des 2019 gebilligten Teilbebauungsplanes als auch der Besitzer des vorliegenden Teilbebauungsplanes werden sich proportional zu den eingebrachten Flächen an den Straßenbaukosten beteiligen müssen. Die entsprechenden Einzelheiten werden Inhalt der abzuschließenden Umsetzungskonvention sein. Fußgängerwege sind vorgesehen, sodass die Einwohner die Tramhaltestelle an der neuen N3 zu Fuß erreichen können. Einfacher wäre es gewesen, wenn die Parzellen, mit denen wir uns heute befassen, bereits Teil des im Jahr 2019 gebilligten Teilbebauungsplanes gewesen wären. Was die vom Bauherrn abzutretende Fläche betrifft, sind 25% ein Maximum, das nur in bestimmten urbanistischen Situationen zum Tragen kommt. In diesem Fall macht es keinen Sinn, über die 14% hinaus weitere 11% zu verlangen, da wir uns hier in einem bereits bebauten Umfeld mit einer bestehenden Straße befinden. Das Regenrückhaltebecken ist für den ganzen Standort bestimmt. Rätin Ana CORREIA DA VEIGA (déi Lénk): Warum wird keine Kompensierung in Anspruch genommen? Bürgermeisterin Lydie POLFER: Urbanistisch betrachtet macht das an diesem Standort keinen Sinn. Der Teilbebauungsplan NQ „Dernier Sol - CH“ wird in seiner überarbeiteten und ergänzten Fassung bei Enthaltung der Vertreter von déi gréng, LSAP und déi Lénk gutgeheißen. 2) Teilbebauungsplan „Lycée Kuebebierg“ auf Kirchberg Die Stadt Luxemburg wurde mit dem Teilbebauungsplan NQ „Lycée Kuebebierg“ befasst. Er umfasst ein 485 Ar großes Areal auf Kirchberg, im Osten begrenzt durch den Bd. Pierre Frieden, im Westen und Norden durch das Plateau Kuebebierg und im Süden durch das Tal „Märtesgrond“. Ausgearbeitet wurde der Teilbebauungsplan vom Architektenbüro „Pacte s.àr.l.“ im Auftrag des Fonds Kirchberg. Der Teilbebauungsplan stellt eine erste Urbanisierungsphase des „Kuebebierg“-Plateaus dar und trägt den Schlussfolgerungen der im Jahr 2016 durchgeführten Urbanismusstudie, die von der Stadt Luxemburg und dem „Fonds Kirchberg“ in Auftrag gegeben worden war, Rechnung. Das Projekt sieht neben der Errichtung eines neuen Lyzeums mit Sportanlagen und Studentenwohnungen auch die Umsetzung des ersten Teils des Boulevard Kuebebierg vor, der eine Hauptverkehrsachse für die künftige Entwicklung des gesamten Plateaus darstellt. Das Projekt sieht eine maximale Bruttobaufläche von 72.785 qm vor. Diese Fläche wird integral genutzt für den Bau von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen - darunter

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